Verkehrsbürgermeister wegen Radweg-Streit abgebügelt

Dresden - Erster Corona-Krach im Rathaus: Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne) wollte prüfen lassen, ob temporär während der Corona-Krise einzelne Autospuren zu Radwegen umgewidmet werden können. Diesen Alleingang stoppt OB Dirk Hilbert (48, FDP) mit einer deutlichen Ansage.

Wurde vom OB zurückgepfiffen: Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne).
Wurde vom OB zurückgepfiffen: Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne).  © Ove Landgraf

New York, Bogotá und Berlin machen es vor: Dort werden zeitweise Radwege vergrößert. Begründung: Aktuell sind weniger Autos, dafür aber oft mehr Radler und Fußgänger unterwegs. 

In Dresden gibt es eine entsprechende Petition für Albert- und Marienbrücke und die politische Forderung der Grünen nach "Pop-up-Radspuren". 

Schmidt-Lamontain teilte dazu mit: „Ich halte dies für einen spannenden Ansatz. Wir schauen uns an, ob wir auf Hauptstraßen mit mehreren Autospuren eine als Radspur ausweisen können."

Doch daraus wird nach einem Rüffel vom OB nichts! 

"Wünsche, jetzt zusätzliche Radspuren auf Fahrbahnen zu markieren, gehen völlig an den Fakten vorbei. Fast täglich nutze ich für meinen Arbeitsweg das Rad und kann aktuell kein verändertes Nutzungsverhalten erkennen."

Und weiter: "Eher ist es sehr ruhig und überschaubar auf Radwegen und Straßen."

Ulrike Caspary (53, l.) und Susanne Krause (37, beide Grüne) malen auf der Bautzner Straße einen provisorischen Radweg auf.
Ulrike Caspary (53, l.) und Susanne Krause (37, beide Grüne) malen auf der Bautzner Straße einen provisorischen Radweg auf.  © Petra Hornig

Sein Verkehrsbürgermeister solle sich daher lieber "mit Nachdruck der Fortschreibung unseres Radverkehrskonzeptes und deren Umsetzung widmen" ...

Titelfoto: Ove Landgraf

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0