Baustellen, Ferien, Transit! ADAC warnt: Sachsen ist Deutschlands Staufalle Nummer eins

Dresden - Staumeister Sachsen! In keinem anderen Bundesland hat es in dieser Sommersaison derart viele Staus auf Autobahnen gegeben - gemessen an Länge und Standzeit. Das ergab eine Analyse des ADAC. Die Ursachen sind vielfältig und auch kurios.

Kein Tag ohne Stau auf der A4 zwischen Chemnitz und Dresden. Die Autobahn war auch in diesen Sommerferien Staufalle Nummer eins.
Kein Tag ohne Stau auf der A4 zwischen Chemnitz und Dresden. Die Autobahn war auch in diesen Sommerferien Staufalle Nummer eins.  © Holm Helis

"In den sechs Ferienwochen gab es 2106 gemeldete Staus, 3094 Kilometer Stillstand. Das macht 1253 Warte-Stunden", so Helmut Büschke, Vorstand Verkehr beim ADAC Sachsen. 

Damit hätten im Gegensatz zu anderen Bundesländern die Staus verglichen mit 2019 nicht nur zugenommen. Auch der sonstige Trend - weniger Stau in der Ferienzeit - habe sich in Sachsen ins Gegenteil verkehrt.

Ursache Nummer eins laut ADAC: die vielen Baustellen, gerade rund um die Metropolen. Nämlich auf den Abschnitten Borna-Nord - Espenhain, Chemnitz-Süd - Stolberg und natürlich Nossen sowie an den Ein- und Ausfallstellen von Dresden, Flughafen (A4/A13) und Dreieck Dresden-West/Dresdner Tor.

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Neben den Baustellen gibt es lebenspraktische Gründe für volle Autobahnen. So ist Sachsen ein Transitland. Wer in die polnischen Industriezentren oder nach Breslau und Krakau will, muss über die A4. Nach Tschechien geht es nicht ohne A17.

Liberale Corona-Regeln locken Feriengäste

Die häufigsten und dichtesten Staus in Sachsen gibt es zwischen Dresden-Nord und dem Dreieck Nossen. Dieser Abschnitt trägt maßgeblich dazu bei, dass Sachsen Deutschlands Staumeister 2020 ist.
Die häufigsten und dichtesten Staus in Sachsen gibt es zwischen Dresden-Nord und dem Dreieck Nossen. Dieser Abschnitt trägt maßgeblich dazu bei, dass Sachsen Deutschlands Staumeister 2020 ist.  © DPA/Robert Michael
Helmut Büschke, Vorstand Verkehr beim ADAC Sachsen.
Helmut Büschke, Vorstand Verkehr beim ADAC Sachsen.  © PR/ADAC

Demgegenüber ist die Zugverbindung nach Breslau zwar auf polnischer, aber nicht auf sächsischer Seite elektrifiziert, was - anders als vor 100 Jahren - nun "Umsteigen!" bedeutet. 

Der neue Vindobona über Prag nach Wien wiederum glänzt durch Verspätungen. Der Regio-Jet an die Ostseeküste ab Dresden ist oft überfüllt. Gar nicht erst zu reden vom Zustand der Verbindungen Leipzig - Westsachsen. 

Aber auch der Ansturm auswärtiger Feriengäste auf Sachsen machte sich bemerkbar. Laut Staatsregierung eine Folge der besonders liberalen Corona-Regeln hierzulande.

Das bundesweit staureichste Wochenende gab es übrigens vom 11. bis zum 13. September. Und ein Ende ist nicht abzusehen: Bald beginnen die Herbstferien (Sachsen: 19. bis 31. Oktober), in denen sich wieder Gäste von A nach B aufmachen.

Titelfoto: Holm Helis, PR/ADAC (Montage)

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