Bewährung nach Nazi-Krawallen in Heidenau

Heidenau/Dresden - Ohne Drohung geht es wohl bei Daniel H. (24) nicht: Im August 2015 randalierte er mit militanten Neonazis in Heidenau, wurde dafür auch verurteilt. Doch als er im Verfahren gegen die "Freie Kameradschaft Dresden" als Zeuge geladen war, wollte er nichts von den Steinwürfen gesehen haben. Das war so unglaubwürdig, dass er sich am Freitag wegen Falschaussage verantworten musste.

Videoaufnahmen zeigten den Krawallo mitten in einer Gruppe Steinewerfer.
Videoaufnahmen zeigten den Krawallo mitten in einer Gruppe Steinewerfer.  © Screenshot/YouTube

Richter Joachim Kubista (55) hatte Daniel H. extra auf seine Wahrheitspflicht hingewiesen, doch der Zeuge bleib dabei: Er habe in Heidenau niemanden Steine werfen gesehen. Auch er selbst habe keine geworfen und das nur im Amtsgericht Pirna gesagt, um Bewährung zu bekommen.

Ähnlich sah er es auch am Freitag im Amtsgericht Dresden

Er habe "nur Böller" geschmissen. "Ich war ganz vorne mit dabei", so der damals obdachlose Drogensüchtige. "Da bekommt man nicht mit, was hinter einem passiert." 

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Das Gericht blieb skeptisch, denn ein Video zeigt Daniel H. mitten in einer Gruppe, die erst einen Betonblock zertrümmert und dann die Steine auf die Polizei schleudert. 

"Zu dem Zeitpunkt habe ich das nicht gesehen", versuchte er sich rauszureden. Erst als der Richter ihm nochmal Bewährung bei Geständnis in Aussicht stellte, räumte er ein, geschwindelt zu haben. 

Urteil: zehn Monate auf Bewährung. 

Daniel H. (24) wollte in Heidenau keine Steinewerfer gesehen haben.
Daniel H. (24) wollte in Heidenau keine Steinewerfer gesehen haben.  © Peter Schulze

In Heidenau kam es 2015 zu gewalttätigen Ausschreitungen rund um die Eröffnung einer Flüchtlingsunterkunft.

Titelfoto: Screenshot/Youtube, Peter Schulze

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