CDU-Proteste gegen Fernsehturm-Eröffnung

Dresden - Neue Unsicherheiten bei der möglichen Wiedereröffnung des Fernsehturmes: Der Kreisvorstand der CDU diktiert der Dresdner Ratsfraktion kaum schaffbare Voraussetzungen für eine Zustimmung zur Sanierung. Derweil holt OB Dirk Hilbert (49, FDP) weitere Kritiker mit ins Boot.

OB Dirk Hilbert (49, FDP) erholt sich aktuell noch von einer OP, die nächsten Probleme stehen schon an.
OB Dirk Hilbert (49, FDP) erholt sich aktuell noch von einer OP, die nächsten Probleme stehen schon an.  © Holm Helis

Initiiert von der eigenen Parteijugend lässt die Dresdner CDU den Turm fallen.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Schwenk (29): "Die Debatte um den Fernsehturm ist ein Sehnsuchtsthema in Teilen der Stadtgesellschaft. Für Sehnsüchte besteht momentan leider kein Spielraum."

Im Angesicht steigender Kosten für Kitas und Parkplätze sei die Turmsanierung aktuell kaum vermittelbar.

Dem stimmte auf Antrag der Parteijugend der Kreisvorstand zu.

Ohne Gegenstimme wurden der Fraktion im Stadtrat schwere Hürden für deren Zustimmung zur Wiedereröffnung des Turmes auferlegt.

So soll bis Ende des Jahres ein "tragfähiges, kostenneutrales und durch die Landeshauptstadt geprüftes Betreiberkonzept" stehen.

Zudem seien Anteile des Bundes und des Freistaates an der Sanierung "abschließend" zu sichern.

"Bürgerinitiative Fernsehturm Dresden" soll nach dem Willen der Stadt mitentscheiden

Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Schwenk (29): "Der Fernsehturm hat keine Priorität mehr."
Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Schwenk (29): "Der Fernsehturm hat keine Priorität mehr."  © Petra Hornig
Komplett entkernt, wartet der Turm auf eine Entscheidung Anfang 2021.
Komplett entkernt, wartet der Turm auf eine Entscheidung Anfang 2021.  © Norbert Neumann
Ist das Turmcafé nur noch der Sehnsuchtsort vieler älterer Dresdner?
Ist das Turmcafé nur noch der Sehnsuchtsort vieler älterer Dresdner?  © Ulrich Hässler
Rückt die Eröffnung in weite Ferne? Die CDU fällt in der aktuellen Debatte um.
Rückt die Eröffnung in weite Ferne? Die CDU fällt in der aktuellen Debatte um.  © Ove Landgraf

"Wir haben so streng formuliert, damit die Botschaft klar wird. Der Turm darf für Dresden nicht zum Fass ohne Boden werden", so CDU-Kreis-Chef Markus Reichel (52).

Die Deadline Ende des Jahres sei jedoch justierbar, die Sanierung generell verschiebbar.

"Der Beschluss hat für uns empfehlenden Charakter. Die Fraktion, jeder einzelne Rat ist in der Entscheidung frei", so CDU-Fraktions-Chef Peter Krüger (60).

Seine Fraktion will in zwei Wochen abschließend diskutieren.

Und: Eine weitere kritische Stimme soll nach dem Willen der Stadt mehr Gewicht bekommen.

Stimmt der Rat zu, wird die "Bürgerinitiative Fernsehturm Dresden" am Lenkungskreis Fernsehturm beteiligt.

Die Initiative will seit Langem mit an den Verhandlungstisch, sie kritisiert die geplante Wiedereröffnung.

Titelfoto: Ove Landgraf

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