Coole Idee in der Autismus-Ambulanz: Dieses Wartezimmer ist eine Straßenbahn

Dresden - Menschen mit autistischen Störungen besitzen oft ein ausuferndes Spezialwissen. Hinweisschilder, Fahrpläne und Karten mit vielen Linien und Struktur sind wichtig. Gerade die DVB faszinieren junge Autisten daher besonders. Verkehrsbetriebe und Uniklinik tüftelten daher monatelang an einer neuartigen Lösung für Wartebereiche.

Die Leiterin der Autismus-Ambulanz am Uniklinikum, Dr. Katja Albertowski (51), mit zwei der jährlich etwa 700 Patienten.
Die Leiterin der Autismus-Ambulanz am Uniklinikum, Dr. Katja Albertowski (51), mit zwei der jährlich etwa 700 Patienten.  © Steffen Füssel

"Es gibt ein ganz starkes Interesse vieler Menschen mit autistischen Störungen für die Verkehrsbetriebe. Die Reihenfolge der Haltestellen sind beispielsweise im Kopf verankert", sagt die Leiterin der Autismus-Ambulanz am Uniklinikum, Dr. Katja Albertowski (51).

Nach einer mehrmonatigen Konzeptionsphase haben DVB-Mitarbeiter in ihren eigenen Werkstätten eine Spielwand für den Wartebereich der Ambulanz gestaltet.

Junge Patienten erleben diesen nun als eine DVB-Welt mit Elementen aus Bus und Straßenbahn: rechts eine Griffstange mit der Taste für den Haltewunsch, links ein orangefarbener Entwerter für Fahrkarten.

Dresden: "Alles was zählt": Rätselraten um TV-Auftritt von Dresdner Eislauf-Star
Dresden "Alles was zählt": Rätselraten um TV-Auftritt von Dresdner Eislauf-Star

Auch der typisch schwarz-gelbe Stoff der Sitze und DVB-Maskottchen "Leo" gehören dazu. Design und Ausführung entsprechen exakt den DVB-Standards.

Hintergrund: Neue Dinge, zum Beispiel in Wartebereichen, würden viele der Patienten stören oder verunsichern. Bus und Bahn sind hingegen bekannt.

Kunsttherapeutin Britta Fahr (52) entwickelte die Pläne für den neuen Wartebereich.
Kunsttherapeutin Britta Fahr (52) entwickelte die Pläne für den neuen Wartebereich.  © Steffen Füssel
Mutter Linda Uhlmann (39) zeigt ihrer Tochter Mathilda (6) den Fahrkarten-Entwerter.
Mutter Linda Uhlmann (39) zeigt ihrer Tochter Mathilda (6) den Fahrkarten-Entwerter.  © Steffen Füssel

Die Wartezeit wird nicht mehr als ärgerlich wahrgenommen, Therapeuten können die Bezüge mit in die Arbeit integrieren.

Titelfoto: Steffen Füssel

Mehr zum Thema Dresden: