Einkaufsbummel mit Bändchen: Top oder Flop?

Dresden - Endlich wieder Shopping-Queen: Ohne ständiges Vorzeigen des 2G-Nachweises bummeln - das verspricht die sogenannte Bändchen-Lösung. Der Handel begrüßt die Lockerung aus der neuen Corona-Notverordnung. Auch Dresden arbeitet an einer Lösung, tut sich aber schwer.

Sieht nach Andrang aus, aber die Kunden fehlen auch im Elbepark. Kommen mit der Bändchen-Lösung wieder mehr? Aber vor allem: Kommt die Lösung auch für Dresden?
Sieht nach Andrang aus, aber die Kunden fehlen auch im Elbepark. Kommen mit der Bändchen-Lösung wieder mehr? Aber vor allem: Kommt die Lösung auch für Dresden?  © Petra Hornig

Shoppen in der Corona-Pandemie? Ein Hürdenlauf: In jedem Geschäft, das nicht zur Grundversorgung zählt, wird kontrolliert, ob der Kunde genesen oder geimpft ist (2G). Nervig!

Mit der Bändchen-Lösung entfällt die Prozedur: Einmal an einem Checkpoint mit dem persönlichen 2G-Nachweis ein Bändchen fürs Handgelenk abgreifen und dann ungestört im gesamten Einkaufszentrum oder der Innenstadt einkaufen. Arm heben, Bändchen vorzeigen, fertig.

"Das klingt sehr einfach, aber es gibt viel zu beachten", sagt Citymanagerin Friederike Wachtel (32). Die Bändchen müssen fälschungssicher sein, personengebunden, dürfen nicht übertragbar und nur einen Tag gültig sein.

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Außerdem: Für den Supermarkt oder die Drogerie ist 2G gar nicht nötig. Bedeutet das, es gibt Kunden 1. und 2. Klasse? Christian Polkow (40), Chef der Altmarkt-Galerie, findet die Bändchen trotzdem gut. Eine Generallösung für Händler und Gastronomen seien sie aber nicht.

Dresdens Citymanagerin Friederike Wachtel (32).
Dresdens Citymanagerin Friederike Wachtel (32).  © Thomas Türpe
Elbepark-Manager Gordon Knabe (47).
Elbepark-Manager Gordon Knabe (47).  © Thomas Türpe

Bändchen spalten die Geister

In Sachsen-Anhalt gibt es die Bändchen-Lösung bereits.
In Sachsen-Anhalt gibt es die Bändchen-Lösung bereits.  © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Für Gordon Knabe (47) vom Elbepark funktionieren die Bändchen hinten und vorne nicht. "Die Wachleute an unseren 13 Eingängen bräuchten mindestens 15 Sekunden für Kontrolle und Ausgabe. Das bedeutet lange Warteschlangen."

Ganz abgesehen von den Kosten, circa eine Million Euro pro Jahr. Dem stehen "massive Umsatzeinbrüche" gegenüber, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Sachsen (HVS), René Glaser (46). Er hatte deshalb die komplette Abschaffung von 2G für den Handel gefordert - ohne Erfolg.

Blick übern Tellerrand: Auch Chemnitz will die Bändchen nicht. "Die bisherige Kombination mit den Kontrollen in den Geschäften hat sich sehr bewährt. Davon sollte weiterhin Gebrauch gemacht werden", so Stadtsprecher Matthias Nowak (53).

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Leichter tut sich Leipzig. "Wir wollen noch diese Woche damit starten", so Sprecher Matthias Hasberg (51). In der Messestadt sollen allerdings keine Bändchen zum Einsatz kommen, sondern Stempel.

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe/dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

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