Weil jeder dritte Dresdner noch ungeimpft ist: Rathaus versucht's jetzt mit Beratungs-Booster

Dresden - Die Impfquote in Sachsen lässt weiter zu wünschen übrig. Denn noch immer ist jeder dritte Sachse ungeimpft. In Dresden sieht es wahrscheinlich ähnlich aus, auch wenn genaue Zahlen fehlen. Weil es neben strikten Impfgegnern noch immer Unentschlossene gibt, die Fragen und Bedenken haben, hat das Rathaus ein neues Angebot gestartet: eine unabhängige ärztliche Impfberatung.

Wer Fragen zur Corona-Impfung hat, kann sich im Rathaus anonym beraten lassen.
Wer Fragen zur Corona-Impfung hat, kann sich im Rathaus anonym beraten lassen.  © Eric Münch

"Das Angebot wurde etabliert, um vornehmlich Personen, die ab Mitte März der einrichtungsbezogenen Impfpflicht unterliegen, eine unabhängige Beratungsmöglichkeit zu unterbreiten", erklärt Gesundheitsamtsleiter Frank Bauer (32).

Aber auch Dresdner, die keinen Hausarzt haben, sich gern eine weitere Meinung einholen wollen oder sonstige Fragen zur Impfung haben, können sich montags bis freitags von 10 Uhr bis 17.30 Uhr im Rathaus beraten lassen.

"Es geht nicht darum, Menschen zu überreden, sondern umfassend zu informieren", betont Oberbürgermeister Dirk Hilbert (50, FDP).

Dresden: Am Dresdner Hbf: Mann mit Hakenkreuz am Arm, doch ignorierte die Polizei eine Anzeige?
Dresden Am Dresdner Hbf: Mann mit Hakenkreuz am Arm, doch ignorierte die Polizei eine Anzeige?

Deshalb kann man sich im Rahmen der Beratung auch nicht impfen lassen. Die "Gefahr", dass man in einem Raum beraten und nebenan schon die Spritze aufgezogen wird, besteht also nicht.

Die Impfberatung übernehmen Ärzte auf Honorarbasis. Das habe laut Bauer den Vorteil, dass Ärzte ganz verschiedener Fachrichtungen, aber auch mit verschiedenen sprachlichen Kompetenzen gewonnen werden konnten.

Laut Gesundheitsamtschef Frank Bauer (32) beraten je nach Nachfrage bis zu drei Ärzte parallel.
Laut Gesundheitsamtschef Frank Bauer (32) beraten je nach Nachfrage bis zu drei Ärzte parallel.  © Ronald Bonss
OB Dirk Hilbert (50, FDP) betont, dass niemand überredet werden soll.
OB Dirk Hilbert (50, FDP) betont, dass niemand überredet werden soll.  © Steffen Füssel

Die Beratung kann übrigens nicht nur vor Ort, sondern auch telefonisch erfolgen. In beiden Fällen muss zuvor jedoch unter 0351/4882211 ein Termin vereinbart werden. Da es sich um eine anonyme Beratung handelt, ist das Nennen des Namens nicht nötig.

Titelfoto: Montage: Eric Münch, Ronald Bonss

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