Erstmals seit Langem weniger als 1000 Neuinfektionen in Sachsen, nächste Impfdosen eingetroffen

Dresden - Die Zahl der Corona-Neuinfizierten in Sachsen ist erstmals wieder auf unter 1000 gesunken. Zugleich steigt die Zahl der Impfungen kontinuierlich - auch wenn es weiter bei der Anmeldung klemmt.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) wollte am Montag noch nicht von Entspannung bei den Coronazahlen in Sachsen sprechen.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) wollte am Montag noch nicht von Entspannung bei den Coronazahlen in Sachsen sprechen.  © Sebastian Kahnert/dpa

Von Sonntag auf Montag wurden in Sachsen 750 Neuinfektionen registriert. In den vergangenen Tagen und Wochen waren es oft weit über 1500 oder gar 2000.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) wollte am Montag noch nicht von einer Entspannung sprechen, nur von einer Verbesserung.

Unterdessen haben die ersten 155 Menschen im Freistaat ihre Zweitimpfung bekommen. Die erste Impfung erhielten seit Beginn der Kampagne im Dezember rund 50.000 Bürger.

Damit sind laut Köpping alle 102.000 bislang verfügbaren Impfdosen durch: Denn 50.000 weitere werden für die Zweitimpfung zurückgehalten.

Am Montag kam eine weitere Lieferung von 34.000 Dosen des BiontechPfizer-Impfstoffs in Sachsen an.

Ob das auch wieder in einer Woche so sein wird, ist noch unklar. Köpping drängte Biotech-Pfizer zu klaren Aussagen. Auf jeden Fall sei die Lieferung von diesem Montag bereits völlig verplant.

Fest steht auch: Eine nächste Lieferung des Moderna-Impfstoffes ist für die vierte Kalenderwoche angekündigt. Bislang kamen 3200 Dosen. In der vierten Kalenderwoche sollen nun 4800 Dosen nach Sachsen geliefert werden. Weiterhin sind für Sachsen in Kalenderwoche sechs 10.800 und in Kalenderwoche acht 32.400 Dosen des Moderna-Impfstoffes vorgesehen.

Moderna-Impfstoff soll zunächst in Dialyseeinrichtungen eingesetzt werden

Ein ehemaliger Supermarkt wurde in Chemnitz zum Corona-Impfzentrum umfunktioniert.
Ein ehemaliger Supermarkt wurde in Chemnitz zum Corona-Impfzentrum umfunktioniert.  © Kristin Schmidt

"Der in der letzten Woche gelieferte Moderna-Impfstoff soll derzeit nicht in den Impfzentren verwendet werden, da er eine andere Handhabung erfordert als der von BioNTech/Pfizer", hieß es auf Anfrage aus dem sächsischen Gesundheitsministerium.

"Er soll zunächst vor allem in Dialyseeinrichtungen eingesetzt werden, deren Personal zur höchsten Priorität zählt und wo auch viele schwerkranke Patienten erreicht werden können. Die Vorbereitungen in den Einrichtungen laufen, so dass der Impfstoff zeitnah verimpft werden kann."

Vom Biontech-Imfpstoff werden zur Zeit pro Tag 3000 bis 5000 Dosen verimpft.

Köpping räumte zugleich lange Wartezeiten bei der Impfanmeldung per Telefon ein. Grund unter anderem: Dort wird auch beraten.

Wann in Sachen Corona wieder Lockerungen zugelassen werden - oder ob es Verschärfungen gibt -, wollen Bund und Länder am Dienstag beraten. Allerdings bereitet Sachsen parallel bereits einen inzidenzbasierten Lockerungskatalog vor, so Innenminister Roland Wöller (50, CD) ebenfalls am Montag.

Je nach Indizenzstufe pro sieben Tage können dann Läden oder Einrichtungen wieder öffnen, ohne dass es einer neuen Verordnung bedarf.

Innenminister Roland Wöller (50, CDU) erklärte am Montag, dass Sachsen bereits einen inzidenzbasierten Lockerungskatalog vorbereitet.
Innenminister Roland Wöller (50, CDU) erklärte am Montag, dass Sachsen bereits einen inzidenzbasierten Lockerungskatalog vorbereitet.  © Eric Münch

Corona-Gewahrsam für Quarantäneverweigerer

Fest steht, dass Sachsen am Hammerweg in Dresden einen Corona-Gewahrsam für Quarantäneverweigerer einrichtet. Dazu bestehe die gesetzliche Pflicht, so Wöller. Allerdings rechne er nur mit wenigen Insassen.

Er betonte zugleich den langen Weg in eine Zelle dort: Dem vorgeschaltet seien im Rechtsstaat unter anderem eine Eindringliche Ermahnung und ein Gerichtsverfahren.

Noch keine abschließende Meinung hat sich der Freistaat zu einer FFP2-Maskenpflicht gebildet, die dann in Läden oder auch im ÖPNV gelten könnte.

Titelfoto: Montage: Kristin Schmidt, Sebastian Kahnert/dpa

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