Corona-Irrsinn im Salon: Friseurin wollte Senior mit Glatze die Haare waschen

Weißwasser - In Zeiten von Corona läuft der Besuch beim Friseur anders als gewohnt. Doch was Joachim Rehle (70) in Weißwasser erlebte, ist wirklich außergewöhnlich. So wollte er sich nur den Bart schneiden lassen, sollte sich dafür aber Haare und Kopf waschen lassen - dabei hat er eine Glatze!

Lehnte eine Kopfwäsche ab: Joachim Rehle (70) wollte sich nur den Bart schneiden lassen.
Lehnte eine Kopfwäsche ab: Joachim Rehle (70) wollte sich nur den Bart schneiden lassen.  © Steffen Füssel

Der Senior mit Vollbart betrat den Friseursalon an der Bahnhofstraße, trug eine Mütze. "Ich wollte einen Bartschnitt. Die Mitarbeiter sagten, das gehe nur in Kombination mit einem Haarschnitt", berichtet Rehle. 

Da nahm er seine Mütze ab, enthüllte seine Glatze. 

"Daraufhin sagten sie mir, dass sie mir trotzdem den Kopf waschen müssen", so Rehle. "Ohne Kopf-Wäsche könne ich keinen Bartschnitt bekommen". 

Da Rehle das nicht wollte, verließ er den Laden wieder. "Für mich ist das unverständlich", schüttelt er den Kopf. Zumal eine Wäsche mehrere Euro Aufpreis gekostet hätte.

Geschäftsführerin Susann Lill (48) beruft sich auf die Hygiene-Vorschriften der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). 

"Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass Corona-Viren sich an Haaren anlagern und weitergegeben werden. Bei jedem Kunden müssen deshalb zu Beginn die Haare gewaschen werden", heißt es in den BGW-Regeln für den Arbeitsschutz.

Das sagt die Friseurinnung Ostsachsen

Der Friseur-Salon an der Bahnhofstraße in Weißwasser.
Der Friseur-Salon an der Bahnhofstraße in Weißwasser.  © Steffen Füssel
Der Senior mit Mütze und gaaanz wenig Haar darunter.
Der Senior mit Mütze und gaaanz wenig Haar darunter.  © Steffen Füssel

Allerdings ist die Maßnahme nur erforderlich, wenn sich der Kunde die Haare schneiden lassen will. 

"Wenn nur die Barthaare geschnitten werden sollen, müssen die Kopfhaare vorab nicht gewaschen werden, sondern nur die Barthaare", teilt BGW-Pressereferentin Mareike Berger mit. So sieht es auch die Friseurinnung Ostsachsen.

Für Geschäftsführerin Susann Lill sei das ein neuer Sachstand. Sie werde sich beim Ordnungsamt absichern, ob das so richtig ist. Im Fall mit dem haarlosen Herrn Rehle sei zudem die Kommunikation unglücklich gelaufen, so Lill. 

Ihm solle mitgeteilt worden sein, dass beim Waschen des Barts auch sein Kopf nass werde.

Titelfoto: Steffen Füssel

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