Corona-Zahlen immer höher, doch OB Hilbert hält an Weihnachtsmärkten fest

Dresden - Die Corona-Ampel in Dresden zeigt Rot. In der City herrscht Maskenpflicht. Versammlungen über 100 Menschen sind verboten. 22 Uhr herrscht Sperrstunde.

Dass der Striezelmarkt wie geplant stattfinden kann, erscheint momentan ungewiss.
Dass der Striezelmarkt wie geplant stattfinden kann, erscheint momentan ungewiss.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

OB Dirk Hilbert (49, FDP) hält dennoch weiter eisern Kurs: Weihnachtsmärkte sollen stattfinden. 

Nachfragen zu Risiken bleiben unbeantwortet. Die erste Partei stellt Hilbert jetzt ein "Striezel-Ultimatum".

"Ich bin sehr skeptisch. Es gibt zwar ein Hygiene-Konzept, aber es ist mehr als fraglich, ob sich alle Besucher daran halten werden. Ich sehe erhebliche Gefahren. Dennoch könnten die Fallzahlen auf wieder sinken. Wir geben OB Hilbert bis in die erste Novemberwoche Zeit. Dann muss eine Entscheidung fallen", so der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Wolfgang Deppe (65).

Absage oder nicht? Kritische Stimmen aus dem Rathaus

Wolfgang Deppe (l.,65, Grüne) und Heiko Müller (56, AfD). (Bildmontage)
Wolfgang Deppe (l.,65, Grüne) und Heiko Müller (56, AfD). (Bildmontage)  © Steffen Rüssel, Eric Münch

Die Stadt selber geht beim Thema auf Tauchstation. Ein Rathaus-Sprecher: "Die Entwicklung bei Corona ist gegenwärtig unsicher und hat Auswirkungen auf den Striezelmarkt. Deshalb behalten wir uns die endgültige Entscheidung für den Striezelmarkt noch vor. Dazu laufen Abstimmungen."

Heißt konkret: Obwohl sich kritische Stimmen im Rathaus mehren, wird bis zum Schluss gehofft. Ein Kurs, der noch immer relativ viel Zustimmung findet: Freie-Wähler-Chef Jens Genschmar (51): "Die Stadt bemüht sich wirklich. Die Politik darf nicht übereilt absagen. Die Entscheidung darüber müssen die Händler fällen."

AfD-Stadtrat Heiko Müller (56): "Wir wissen nicht, was in acht Wochen ist. Jetzt Absagen wäre falsch. Wir müssen für die Händler verlässlich bleiben." 

Stadtrat und Weihnachtsmarktbetreiber Holger Zastrow (51, FDP): "Wir wollen die Märkte unbedingt durchführen, sie sind von existenzieller Bedeutung. Falls die Fallzahlen erst im Dezember wieder sinken, können wir binnen zehn Tagen öffnen. Wir müssen cool bleiben und dürfen nicht zu früh absagen."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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