40.000 Euro aus Laube gemaust: Trotz Geständnis muss Gericht Angeklagten laufen lassen

Pirna - Der Pirnaer Amtsrichter ist sich sicher: Serkan O. (38) hat einem vermeintlichen Freund 40.000 Euro gestohlen. Trotzdem musste er den Franzosen am Mittwoch freisprechen. Denn der Diebstahl selbst war bereits verjährt.

Tat verjährt: Serkan O. (38) kam am Mittwoch mit einem Freispruch davon.
Tat verjährt: Serkan O. (38) kam am Mittwoch mit einem Freispruch davon.  © Peter Schulze

Diese Bekanntschaft dürfte Michael H. (51) bitter bereuen: Am Bratwurststand in der Prager Straße von Dresden kam er mit Serkan O. ins Gespräch, künftig waren beide befreundet. Bis zum 7. Juli 2013.

"Er kam zum Tischtennis", sagt der Mann aus Dohna. "Und blieb dann am längsten." Nicht ohne Hintergedanken: Michael H. hatte ein Konto aufgelöst, in seinem Haus nun 40.000 Euro im Tresor. Damit wollte er eigentlich einen Anbau bezahlen.

Die beiden Männer saßen zusammen in einer Laube am Haus: "Er wollte sich unbedingt mit den Geldscheinen fotografieren", so der Bestohlene. "Da habe ich es geholt."

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Ein Fehler: Denn als Serkan gehen wollte, sprang angeblich dessen Auto nicht an. Michael ließ die Moneten auf dem Tisch liegen und eilte hinaus, um den Wagen anzuschieben. Dann war das Geld weg!

Trotz Freispruch gibt es einen Haken

Hier verschwanden 2013 die 40.000 Euro.
Hier verschwanden 2013 die 40.000 Euro.  © Peter Schulze

Dafür war der vermeintliche Freund wieder da. Dieser soll Michael H. das Handy entrissen, ihn weggestoßen haben und dann geflüchtet sein.

Vor Gericht schwieg der Angeklagte am Mittwoch, aber bei der Polizei hatte er gestanden: Er hatte Michael H. abgelenkt, ein Komplize währenddessen das Geld gestohlen. Wieso er selbst noch einmal zu der Laube zurückgekehrt war, blieb unklar.

Seine Rettung: Da er das Geld selbst nicht einstecken hatte, gilt das Wegstoßen nicht als räuberischer, sondern nur als einfacher Diebstahl. Dieser ist allerdings bereits verjährt, auch weil Serkan O. nach seiner Flucht in die Türkei erst im Mai 2021 verhaftet werden konnte.

So musste das Gericht ihn am Mittwoch freisprechen. Allerdings sollen die verschwundenen 40.000 Euro bei ihm eingezogen werden.

Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze

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