Alarmierender Anstieg! Jeden Tag ein Übergriff auf einen Retter

Dresden - Sie kommen, um zu helfen. Trotzdem werden Polizisten, Sanitäter und Feuerwehrleute immer häufiger Ziel von Übergriffen - auch in Dresden.

365 Mal wurden allein Rettungskräfte im vergangenen Jahr angegriffen.
365 Mal wurden allein Rettungskräfte im vergangenen Jahr angegriffen.  © Roland Halkasch

Bei den Angriffen auf Rettungskräfte ist die Zahl regelrecht explodiert. Wurden im Jahr 2019 insgesamt 272 Angriffe auf Einsatzkräfte im Rettungsdienst gemeldet, waren es voriges Jahr 365! Damit fand statistisch jeden Tag ein solcher Vorfall statt.

Nimmt man die Übergriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und andere Helfer hinzu, steigt die Anzahl auf 582 Vorfälle. Die Übergriffe auf Retter gehen nach Angaben der Stadt hauptsächlich von Personen aus, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stehen oder eine psychische Erkrankung haben.

"Diese Personen sind oftmals nicht in der Lage, ihr Umfeld reflektiert wahrzunehmen, fühlen sich bedroht oder unverstanden", so Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (53, CDU).

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Bei Angriffen auf Polizisten lassen sich keine besonderen Umstände oder Personengruppen festmachen.

Eierwürfe, Bedrohung mit Messer, angefahren: Retter immer in Gefahr

Laut Polizeisprecher Marko Laske (47, l.) passieren die Übergriffe in alltäglichen Situationen. Laut Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (53, CDU) spielen bei den Angriffen häufig Alkohol und Drogen eine Rolle.
Laut Polizeisprecher Marko Laske (47, l.) passieren die Übergriffe in alltäglichen Situationen. Laut Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (53, CDU) spielen bei den Angriffen häufig Alkohol und Drogen eine Rolle.  © Montage: Steffen Füssel, Thomas Türpe

"Widerstandshandlungen gegen oder Angriffe auf Polizeivollzugsbeamte passieren in jeglichen polizeialltäglichen Situationen wie Streifendienst, Demonstrationen oder Verkehrskontrollen", sagt Polizeisprecher Marko Laske (47).

210 solcher Vorfälle gab es 2020 und damit fast 21 Prozent (!) mehr als im Jahr zuvor. Kameraden der Feuerwehr wurden voriges Jahr viermal angegriffen (2019: einmal).

"Dabei wurden diese zweimal mit einem Messer bedroht, in einem Fall wurde ein Kollege angefahren und ein weiteres Mal wurden die Einsatzkräfte mit Eiern beworfen", sagt Sittel.

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Von solchen Vorfällen kann auch Danilo Schulz (37) von den Johannitern berichten, die 2020 drei Übergriffe angezeigt haben. Ein Fall war besonders drastisch. "Durch mehrere Personen einer Firma wurde ein Rettungsfahrzeug zugeparkt und an der Arbeit gehindert. Unseren Mitarbeitern wurde zudem Gewalt angedroht."

Die Zahl der Übergriffe auf Polizisten ist um fast 21 Prozent gestiegen.
Die Zahl der Übergriffe auf Polizisten ist um fast 21 Prozent gestiegen.  © imago/nph

Die Helfer werden deshalb regelmäßig in Deeskalation sowie teilweise auch in Selbstverteidigung geschult. Wie die Zahlen zeigen, scheint das leider notwendig zu sein.

Titelfoto: Roland Halkasch

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