Bei Fahndung nach Nazis aufgeflogen: Bundespolizist hortete Kinderpornos

Pirna (Sachsen) - Sage und schreibe 17.682 Kinderporno-Fotos und weitere widerliche Missbrauchs-Videos mit einer Gesamtlänge von 56 Stunden fanden Ermittler auf einer Speicherkarte bei Andre F. (49). Jetzt stand der damalige Bundespolizist vor der Amtsrichterin in Pirna.

Andre F. (49) erschien völlig vermummt am Amtsgericht Pirna.
Andre F. (49) erschien völlig vermummt am Amtsgericht Pirna.  © Peter Schulze

Beispielhaft führte die Anklage den Inhalt der Bilder und Videos auf. Von obszönen Posen kleiner Mädchen ist da ebenso die Rede wie vom Missbrauch von Babys. "In tiefer Scham räumt der Mandant die Vorwürfe ein", so der Anwalt von Andre F., der selbst kein Wort sagte.

Auch zur eigenen Person war der bisher nicht vorbestrafte Angeklagte wortkarg: Er ließ über seinen Anwalt wissen, dass er ab April als Produktionsmitarbeiter arbeiten wird. "Darüber hinaus werden keine Angaben gemacht", so der Jurist.

Allerdings: Als 2019 bei ihm durchsucht wurde, war Andre F. noch Bundespolizist. Damals wurde bundesweit gegen Beamte ermittelt, die möglicherweise in Chats mit rechtsextremen Inhalten unterwegs waren.

Beschlagnahmt wurde seinerzeit Handy, Technik und besagte Speicherkarte. Diese Verfahren wurde inzwischen eingestellt, weil der Staatsanwalt keinerlei belastende Beweise gegen Andre F. wegen rechtsextremer "Wortmeldungen" fand. Aber auf der 128 Giga-Bit Speicherkarte wurden die Kinderpornos entdeckt ...

Staatsanwältin hatte 18 Monate Haft für Andre F. gefordert

Technik: Per Klick zum Missbrauch. Aus dem Netz ziehen sich die Täter immer wieder Kinderpornos.
Technik: Per Klick zum Missbrauch. Aus dem Netz ziehen sich die Täter immer wieder Kinderpornos.  © 123RF

Urteil: zu elf Monate Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich soll der Verurteilte 1500 Euro an die Opferhilfe zahlen. Die Staatsanwältin hatte 18 Monate Haft gefordert. Gut möglich, dass sie gegen das Urteil vorgeht und in die nächste Instanz zieht.

Titelfoto: Peter Schulze

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