Er sollte die Geliebte ihres Mannes töten: Betrogene Ehefrau suchte Auftragsmörder im Darknet

Pirna - Das ging womöglich gerade noch mal gut! Das Magazin "Der Spiegel" recherchierte Anfang des Jahres über eine Plattform im sogenannten Darknet (illegaler Marktplatz im Internet für kriminelle Geschäfte), die Auftragsmorde anbot! Dabei stießen die Journalisten tatsächlich auf einen aktuellen Auftrag und informierten sofort die Behörden.

Über das Darknet soll eine Frau versucht haben, einen Killer für die neue Freundin ihres Mannes anzuheuern.
Über das Darknet soll eine Frau versucht haben, einen Killer für die neue Freundin ihres Mannes anzuheuern.  © Elnur Amikishiyev/123RF

Diese konnten schnell herausfinden, wer da gerade 9000 Dollar für einen Mord gezahlt hatte. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Ina R. (41) erhoben.

Anfang des Jahres landete die Summe beim Administrator einer Internet-Plattform, die Morde anbot. Eine "Kjm4m" wollte damit laut "Spiegel" die neue Freundin (23) ihres getrennt lebenden Ehemanns töten lassen.

"Wie ein Unfall" sollte der Anschlag aussehen und "nicht im Umfeld des Wohnhauses" der Dame im Raum Pirna stattfinden. Zudem wurde eine einschlägige Beschreibung des Opfers mitgeliefert.

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Am 23. Februar überwies "Kjm4m" dann das Geld in Form der im Darknet üblichen (Krypto-)Währung Bitcoin. Die Betreiber versprachen, einen Killer loszuschicken.

Doch nach dem Tipp durch die Journalisten war die Staatsanwaltschaft schneller. Ermittler fanden heraus, dass es sich bei "Kjm4m" um Ina R. handelt.

Am 26. Februar wurde sie in der Sächsischen Schweiz festgenommen, sitzt seitdem in Untersuchungshaft. "Wir haben Anklage gegen sie vor dem Dresdner Landgericht erhoben", bestätigt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (46) gegenüber TAG24. "Sofort nach Bekanntwerden des Vorwurfs wurden auch Schutzmaßnahmen für die Betroffene ergriffen."

Ermittlungen laufen auch gegen den Betreiber der Seite.

"Killer-Angebote" im Darknet sind oft reine Abzocke

9000 Dollar in Bitcoin hatte Ina R. (41) bereits überwiesen.
9000 Dollar in Bitcoin hatte Ina R. (41) bereits überwiesen.  © 3dsculptor/123rf
Im Großraum Pirna plante Ina R. einen Anschlag auf die Nebenbuhlerin (23).
Im Großraum Pirna plante Ina R. einen Anschlag auf die Nebenbuhlerin (23).  © Sylvio Dittrich/imago images
Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (46) bestätigte den Spiegel-Bericht.
Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (46) bestätigte den Spiegel-Bericht.  © Steffen Füssel

Ina R. hat bislang keine Vorstrafen. Ob es tatsächlich zu einem Anschlag gekommen wäre, ist unklar: Die meisten "Killer-Angebote" im Darknet sind reine Abzocke.

Nachdem der Auftrag bezahlt wurde, hören die Auftraggeber oft nichts mehr von dem angeblichen "Hitman".

Titelfoto: Elnur Amikishiyev/123RF, Sylvio Dittrich/Imago Images

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