Juwelenraub aus Grünem Gewölbe: Razzia in Berlin - Keine Spur von Kunstschätzen

Dresden - Großeinsatz in Berlin-Neukölln! Im Zusammenhang mit dem historischen Juwelenraub aus dem Dresdner Grünen Gewölbe am 25. November 2019 führt die Polizei im Berliner Stadtteil Neukölln am Dienstag eine Razzia durch.

Beamte der Polizei bringen bei einem Einsatz eine Person zur Identitätsprüfung.
Beamte der Polizei bringen bei einem Einsatz eine Person zur Identitätsprüfung.  © Annette Riedl/dpa

Wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte, werden am heutigen Dienstag seit den frühen Morgenstunden Durchsuchungen mit mehreren Hundertschaften durchgeführt.

Neben den Durchsuchungsbeschlüssen sollen dabei auch Haftbefehle gegen entsprechende Tatverdächtige vollstreckt werden, hieß es.

Insgesamt werden laut den zuständigen Ermittlern 18 Objekte in Berlin durchsucht, darunter zehn Wohnungen und Garagen sowie Fahrzeuge.

Neben den gestohlenen Kunstschätzen stehen auch Beweismittel wie Werkzeuge, Speichermedien und Kleidungsstücke im Fokus der Ermittler. Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, hat es bislang drei Festnahmen durch Spezialkräfte gegeben.

Es sind mehr als 1600 Polizeibeamte im Einsatz, weswegen es im Laufe des Tages in Berlin zu Verkehrseinschränkungen kommen wird.

Die Spezialkräfte aus mehreren Bundesländern hätten "heute Morgen drei dringend Tatverdächtige deutsche Staatsbürger festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft den Beschuldigten schweren Bandendiebstahl und Brandstiftung in zwei Fällen vor. Die Beschuldigten sollen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden noch im Verlauf des Tages dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden", so die Mitteilung.

Juwelenraub in Dresden: Razzia in Berlin schon im September

Am 25. November 2019 hatten die Täter mehrere Dutzend Edelsteine und Juwelen gestohlen.
Am 25. November 2019 hatten die Täter mehrere Dutzend Edelsteine und Juwelen gestohlen.  © Sebastian Kahnert/ZB/dpa

Es handelt sich nicht um die ersten Durchsuchungen im Berliner Raum im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden.

Schon im September waren Polizisten mit mehreren Einheiten in der Hauptstadt entsprechend aktiv.

Dabei war es zum einen um den Kauf von Handy-Karten, welche die Täter im Zusammenhang mit dem Diebstahl genutzt haben sollen, gegangen. Zum anderen waren mehrere Betriebsstätten untersucht worden, die sich auf die Folierung von Fahrzeugen spezialisiert haben (TAG24 berichtete).

Das Fluchtauto soll in einer solchen umfoliert worden sein. Die Firmeninhaber hätten jedoch nichts vom Hintergrund gewusst, hieß es.

Bei den Durchsuchungen sei es den Ermittlern deshalb lediglich um die Sicherung von etwaigen Spuren und Beweisen gegangen, so die Dresdner Staatsanwaltschaft zum Einsatz.

Juwelendiebe aus dem Grünen Gewölbe: Fall sorgt für Schlagzeilen

Den entsprechenden Tätern war es damals gelungen, innerhalb weniger Minuten zahlreiche barocke Schmuckstücke aus dem Grünen Gewölbe im Residenzschloss zu stehlen. Die Werke haben einen enormen Wert. Nachdem die Personen mit der Beute das Weite gesucht hatten, zündeten sie das Fluchtfahrzeug in einer Dresdner Tiefgarage in der Nähe der Autobahn an.

Der Fall hat nicht nur hierzulande für Schlagzeilen gesorgt.

Update, 17. November, 19.56 Uhr: Vermeintliches Fluchtauto gefunden

Nach der Großrazzia zum spektakulären Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden ist ein noch gesuchtes Auto, das im Zusammenhang mit zwei flüchtigen Verdächtigen steht, gefunden worden. Nähere Angaben dazu machte ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft am Dienstagabend nicht. Die Fahndung nach den beiden jungen Männern dauere an.

Update, 17. November, 18.02 Uhr: Wöller zu Juwelen-Raub: akribische Kleinstarbeit führte zum Erfolg

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) bleibt nach der Festnahme erster Tatverdächtiger des Juwelen-Raubes aus der Dresdner Schatzkammer Grünes Gewölbe zuversichtlich.

"Ich hoffe, dass es uns so gelingen wird, den Verbleib des gestohlenen Staatsschatzes aufzuklären", sagte er am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Der sächsischen Polizei sei ein großer Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen.

"Mein herzlicher Dank für diesen Ermittlungserfolg gilt allen beteiligten Polizistinnen und Polizisten. Sie haben heute und im ganzen letzten Jahr in akribischer Kleinstarbeit ermittelt. Jetzt zeigen sich die Erfolge der hartnäckigen Arbeit", erklärte Wöller.

Update, 17. November, 17.28 Uhr: Durchsuchungen in Berlin - Keine Spur von Kunstschätzen

Polizeibeamte sichern während einer Grossrazzia in einem Wohnhaus im Bezirk Kreuzberg Beweismaterial.
Polizeibeamte sichern während einer Grossrazzia in einem Wohnhaus im Bezirk Kreuzberg Beweismaterial.  © Wolfgang Kumm/dpa

Auch nach der großangelegten Razzia im Zusammenhang mit dem Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe in Berlin bleibt die Beute verschwunden.

"Die gestohlenen Kunstschätze wurden bislang nicht aufgefunden", teilte die Staatsanwaltschaft Dresden am Dienstagnachmittag mit. Der Einsatz sei weitgehend abgeschlossen.

Insgesamt wurden den Angaben nach 20 Wohnungen, zwei Garagen, ein Café sowie mehrere Fahrzeuge durchsucht. Dabei stellten die Beamten unter anderem zahlreiche Speichermedien, Kleidung sowie geringe Mengen Betäubungsmittel sicher. Nach zwei Tatverdächtigen werde weiterhin gesucht. Zwischenzeitlich dazu eingegangenen einzelnen Hinweisen werde nachgegangen.

Update, 17. November, 17.13 Uhr: Drei Verdächtige in U-Haft

Die drei am Dienstagmorgen in Berlin festgenommenen Verdächtigen im Fall des Kunstdiebstahls aus dem Dresdner Grünen Gewölbe sind in Untersuchungshaft.

Das Amtsgericht Dresden setzte die bereits bestehenden Haftbefehle gegen die beiden 23- und einen 26-Jährigen wegen schweren Bandendiebstahls und Brandstiftung in Vollzug, wie die Staatsanwaltschaft am Nachmittag mitteilte. Die dringend tatverdächtigen Beschuldigten haben sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert.

Die Männer sind deutsche Staatsbürger und gehören laut den Ermittlern zum Berliner Remmo-Clan.

Dieser soll für weitere schwere Straftaten verantwortlich sein, darunter den Diebstahl einer 100 Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum 2017.

Update, 17. November, 16.52 Uhr: Ermittler gehen von sechs Beteiligten aus

Polizeibeamte gehen zu einem Wohnhaus an der Gitschiner Straße. Am Morgen wurden bei einer Razzia in Berlin 18 Objekte durchsucht.
Polizeibeamte gehen zu einem Wohnhaus an der Gitschiner Straße. Am Morgen wurden bei einer Razzia in Berlin 18 Objekte durchsucht.  © Paul Zinken/dpa

Im Zusammenhang mit dem spektakulären Einbruch und Juwelendiebstahl im Dresdner Historischen Grünen Gewölbe gehen die Ermittler derzeit von sechs unmittelbar an der Tat Beteiligten aus.

Bei fünf Männern, gegen die Haftbefehle wegen schweren Bandendiebstahls und Brandstiftung erlassen wurden, bestehe dringender Tatverdacht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag in Dresden. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass weitere Personen ins Visier genommen werden.

Drei der Verdächtigen wurden am Morgen bei einer Razzia in Berlin festgenommen, nach zwei weiteren wird international gefahndet.

Update, 17. November, 16.05 Uhr: Grütters sieht Museen bei Sicherheit vor Herausforderungen

Nach den Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Einbruch im Dresdner Grünen Gewölbe sieht Kulturstaatsministerin Monika Grütters Museen weiterhin erheblichen Gefahren ausgesetzt.

"Die brachiale Gewalt und das hochprofessionelle Vorgehen der Täter haben uns schmerzlich vor Augen geführt, vor welch großen Herausforderungen unsere Museen beim Thema Sicherheit stehen", sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin.

Dies gelte insbesondere mit Blick darauf, "dass auch in diesem Fall die Spuren offenkundig in Richtung organisierte Clan-Kriminalität weisen". Grütters gratulierte den Ermittlungsbehörden zu dem "ermutigenden Fahndungserfolg" bei einem "nicht eben risikoarmen Einsatz".

Update, 17. November, 16.03 Uhr: Kabinett erfreut über Entwicklung im Fall Grünes Gewölbe

Die Nachricht von der Festnahme erster Tatverdächtiger im Zusammenhang mit dem Kunstdiebstahl aus dem Dresdner Grünen Gewölbe hat auch das sächsische Kabinett erfreut.

Regierungssprecher Ralph Schreiber sprach nach der Sitzung des Gremiums am Nachmittag von "einem guten Zeichen nach der langen Zeit". Auch wenn der Schatz nicht so einfach wiederzufinden sei wie vielleicht die Täter, sei man guter Hoffnung, "dass auch hier bald Ergebnisse vorliegen werden".

Update, 17. November, 15.50 Uhr: Staatsanwaltschaft strebt zeitnahe Anklageerhebung an

Jürgen Schmidt, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, gibt vor dem Oberlandesgericht eine Pressemitteilung ab.
Jürgen Schmidt, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, gibt vor dem Oberlandesgericht eine Pressemitteilung ab.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Auch nach den Festnahmen im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl in Dresden will die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen mit Hochdruck weiter vorantreiben.

Es seien Speichertechnik und weitere Kleidungsstücke sichergestellt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Dresden. "Die Auswertung wird natürlich auch wieder einige Zeit in Anspruch nehmen." Die Staatsanwaltschaft wolle eine zeitnahe Anklageerhebung, ganz klar sei aber auch: "Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit."

Hinweise, dass bei den Durchsuchungen Beute-Stücke gefunden worden wären, gibt es laut Staatsanwaltschaft bislang nicht. Der Sprecher sagte aber auch: "Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass wir auch die entwendeten Schmuckstücke wiedererlangen können." Die Ermittlungen seien mit dem heutigen Tag nicht abgeschlossen.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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