Juwelenraub aus Grünem Gewölbe: Wer ist der Insider?

Dresden - Nach den Festnahmen der drei Remmo-Clanmitglieder Wissam (23), Bashir (23) und Rabih (26) wird weiterhin nach den Zwillingen Mohamed und Abdul Majed Remmo (21) gefahndet.

Die Ermittler sind zuversichtlich, dass die Schätze nach Dresden zurückkehren.
Die Ermittler sind zuversichtlich, dass die Schätze nach Dresden zurückkehren.  © dpa/Sebastian Kahnert

Nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" gingen 40 neue Hinweise ein. Die Soko "Epaulette" ermittelt unter Hochdruck. Denn nicht nur der Verbleib der Kunstschätze ist noch unklar ...

Nach wie vor vermuten die Fahnder, dass die Bande einen Insider im Grünen Gewölbe hatte. Also einen Helfer, der die Kriminellen im Vorfeld wie auch immer mit Informationen zu Begebenheiten oder der Sicherheitsausstattung versorgte.

So waren bereits vor einem Jahr vier Wachleute des Residenzschlosses ins Visier der Kriminalisten geraten - aus unterschiedlichen Gründen. Gegen zwei Wachleute hatte eine Privatperson Anzeige erstattet.

Der Vorwurf lautete, sie hätten bei dem Einbruch nicht adäquat reagiert.

Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (45): "Gegen zwei andere Wachleute wird von Amts wegen ermittelt. Hier steht eine Handlung in Bezug auf die Alarmanlage in Rede, durch die der Diebstahl begünstigt worden sein könnte."

Führen neue Spuren zu den Insidern?

Bashir Remmo (23) und zwei Clan-Komplizen sitzen in U-Haft.
Bashir Remmo (23) und zwei Clan-Komplizen sitzen in U-Haft.  © Ove Landgraf

Ein Wachmann sollte sogar die Täter mit Unterlagen zu Räumlichkeiten und Sicherheitstechnik versorgt haben. Eine Wohnungsdurchsuchung brachte nicht die gewünschten Beweise, der Haftbefehl gegen den Wachbediensteten musste aufgehoben werden.

"Die Verfahren laufen weiter, auch wenn derzeit kein dringender Tatverdacht besteht", so der Oberstaatsanwalt. Doch: Die dünne Beweislage könnte sich mit der jetzt anstehenden Auswertung der bei der Razzia beschlagnahmten Speichermedien verbessern.

Denn neben diversen Waffen (Macheten, Äxte) wurden bei der Banden-Razzia in Berlin auch zahlreiche Festplatten, Computer und Handys sichergestellt. Möglicherweise, so die Hoffnung, lassen sich daraus direkte Kontakte nach Dresden herausfiltern.

Die Staatlichen Kunstsammlungen zogen zumindest Konsequenzen, wie eine Sprecherin bestätigt: "Alle vier Betroffen wurden mit dem Bekanntwerden des Beschuldigtenstatus nicht mehr in den SKD eingesetzt."

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert

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