Mann gesteht angeblichen Mord, Polizei muss auf ihn schießen

Dresden - Dramatischer Polizeieinsatz im Dresdner Stadtteil Gohlis: Ein Mann behauptete, dass er einen Mord begangen hätte - und dann kam es zur Schießerei mit der Polizei!

In der Nacht auf Dienstag mussten die Polizisten bei dem Einsatz in Dresden Gohlis sogar von ihren Schusswaffen Gebrauch machen. (Symbolbild)
In der Nacht auf Dienstag mussten die Polizisten bei dem Einsatz in Dresden Gohlis sogar von ihren Schusswaffen Gebrauch machen. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Laut einem Bericht der Dresdner Polizeidirektion ging am gestrigen Montag um circa 23.30 Uhr ein außergewöhnlicher Notruf ein: Ein 45-Jähriger meldete, dass er gerade seinen eigenen Vater umgebracht hätte!

Sofort machten sich Polizisten auf den Weg zum vermeintlichen Tatort in der Flensburger Straße. Dort trafen sie dann auch gleich auf den angeblichen Mörder.

Der Mann stand im Dunkeln auf der Straße und hatte scheinbar irgendeine lange Waffe bei sich, mit der er auf die Beamten zielte.

Dresden: Mann steigt aus der Straßenbahn und schlägt wahllos auf Leute ein
Dresden Mann steigt aus der Straßenbahn und schlägt wahllos auf Leute ein

Daraufhin forderten die Einsatzkräfte den 45-Jährigen auf, seine Waffe wegzulegen und sich zu ergeben. Sie drohten ihm sogar damit, dass sie selbst ihre Pistolen einsetzen müssten, wenn er nicht kooperieren würde - und genau dazu kam es dann auch.

Einer der Polizisten schoss auf den Mann und traf ihn am Bein! Der Verletzte wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht. Anschließend konnten die Beamten endlich aufklären, was überhaupt los war.

Selbsternannter Mörder hatte die Polizei von vornherein angelogen

Wie sich herausstellte, hatte der angebliche Mörder das Ganze nur inszeniert: Denn zum einen fand die Polizei bei ihm zwei Messer und einen Handfeger. Damit hatte er offenbar nur so getan, als hätte er eine Langwaffe in der Hand, um damit in der Dunkelheit auf die Beamten zu zielen.

Zum anderen stießen die Ermittler kurze Zeit später auch noch auf den angeblich ermordeten Vater des 45-Jährigen. Der befand sich lebendig und unversehrt in seiner Wohnung, also war von vornherein der ursprüngliche Notruf schon falsch.

Die Polizei ermittelt nun wegen Notrufmissbrauchs und Bedrohung gegen den 45 Jahre alten Deutschen.

Gleichzeitig beschäftigt sich das Ermittlungsverfahren aber auch mit der Frage, ob der Polizist, der auf den angeblichen Täter geschossen hat, sich bei dem Einsatz rechtmäßig verhalten hat.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

Mehr zum Thema Dresden Crime: