Mit Winkelschleifer und Hammer: Vandale beschädigt unseren Goldenen Reiter!

Dresden - Geht's noch?! Ein 54-Jähriger hatte am Sonntagvormittag nichts Besseres zu tun, als sich am Goldenen Reiter abzumühen. Mit Werkzeug beschädigte er das Wahrzeichen am Neustädter Markt in Dresden.

Trotz vieler Chaoten im Laufe der Zeit: Stolz steht er noch immer da, der Goldene Reiter am Neustädter Markt.
Trotz vieler Chaoten im Laufe der Zeit: Stolz steht er noch immer da, der Goldene Reiter am Neustädter Markt.  © Tino Plunert

Wie die Dresdner Polizeidirektion am Montagvormittag mitteilte, schritt der Mann gegen 10.15 ans Werk und hämmerte am Reiterstandbild herum.

So haben Augenzeugen berichtet, dass dieser emsig am Reiter hantierte. Schließlich riefen sie die Polizei.

Die Beamten waren dann recht schnell vor Ort und konnten den 54-jährigen Deutschen stellen.

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Warum er mithilfe eines Winkelschleifers sowie eines Hammers offensichtlich versuchte, einen Huf abzutrennen, ist bislang noch unklar.

Auch der entstandene Sachschaden ist derzeit noch nicht beziffert.

Wie die Polizei weiter meldet, wird wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung ermittelt.

Dass sich Personen am Reiterstandbild des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August dem Starken vergreifen, ist indes nicht das erste Mal.

Schon häufig wurde das in Überlebensgröße erbaute Denkmal Opfer von Vandalen, Langfingern und denen, die es werden wollen.

Der Goldene Reiter ist seit Jahr und Tag Opfer von "Witzbolden" und Möchtegern-Gaunern

Wohl einen Huf wollte der 54-Jährige abtrennen. Wieso weiß bislang keiner.
Wohl einen Huf wollte der 54-Jährige abtrennen. Wieso weiß bislang keiner.  © Tino Plunert

So erklomm beispielsweise im Mai 2019 ein "Unhold" die Barockstatue und wollte wohl dessen Schwert an sich nehmen. Der Versuch scheiterte, was jedoch nicht heißt, dass das Denkmal dabei keinen Schaden nahm.

Im Gegenteil. Es riss ab und hing letztlich nur mehr an einer Niete. 2011 wurde das Schwert sogar gestohlen. Doch noch in der Tatnacht konnte man das Diebesgut wieder zurückholen.

2007 kam der Reiter zu Schaden, weil ihm ein "Witzbolde" eine Bierflasche in die Hand drücken wollten. 2011, 2013 und 2015 wurden den steinernen Löwenköpfen unterhalb des Reiters Zähne ausgebrochen.

Der seit 1956 in Blattgold verzierte Reiter zeigt August den Starken in Rüstung als römischen Cäsar. Am 26. November 1736 wurde die einst feuervergoldete Statue nach jahrzehntelanger Planung schließlich enthüllt - und muss seither so einiges aushalten.

Titelfoto: Tino Plunert

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