Sieben Anzeigen: Amt macht Jagd auf Wasser-Sünder

Dresden - Zwei von drei Dresdner Bächen sind entweder ausgetrocknet oder führen nur noch minimal Wasser. Sämtliche überwachte Quellen sind restlos trocken.

Die Prießnitz führt kaum noch Wasser. Wasser schöpfen, selbst mit kleinen Gefäßen, ist verboten.
Die Prießnitz führt kaum noch Wasser. Wasser schöpfen, selbst mit kleinen Gefäßen, ist verboten.  © Eric Münch

Seit Juni ist die Wasserentnahme, etwa zum Gießen, daher streng verboten. Mindestens 50 Euro Bußgeld drohen. 

Folge: Immer wieder zeigen Dresdner ihre Nachbarn an, danach rückt das Amt aus und jagt die Wasser-Sünder.

Seit Monaten darf lediglich an der Vereinigten Weißeritz sowie am Lockwitzbach noch mit Handgefäßen Wasser geschöpft werden, Pumpen sind generell verboten, nur die Elbe wurde als Bundeswasserstraße ausgenommen. 

Hintergrund laut Umweltamt: Im Vergleich zum Durchschnitt hat sich für Dresden seit 2013 ein Niederschlagsdefizit von über 470 Liter pro Quadratmeter summiert. 

Selbst die Prießnitz, einer der größten Bäche im Stadtgebiet, trocknete teils erneut aus, 15 kleine Bäche liegen komplett trocken.

Auch die Weißeritz an der Mündung zur Elbe ist kaum mehr als ein Rinnsal.
Auch die Weißeritz an der Mündung zur Elbe ist kaum mehr als ein Rinnsal.  © Robert Michael/dpa

Bürger melden Wasserentnahme dem Rathaus

Umweltamtschef Wolfgang Socher (63).
Umweltamtschef Wolfgang Socher (63).  © Ove Landgraf

Weil vor allem Kleingärtner, aber auch Hausbesitzer fast den kompletten Sommer gießen wollen, werden oft die nahen Bäche geplündert. Teilweise lagen sogar Pumpen vom Bach bis zum Garten.

Siebenmal musste daher allein seit Frühsommer das Umweltamt ausrücken und vor Ort ermitteln. In jedem einzelnen Fall hatten andere Bürger die Wasserentnahme bemerkt und im Rathaus gemeldet.

"Bei ausreichend belegten Verstößen gegen das Entnahmeverbot erfolgt je nach Einzelfall meist eine Belehrung, verbunden mit der Aufforderung, die Entnahme einzustellen", so Wolfgang Socher (63), Chef im Umweltamt.

Im Wiederholungsfall oder bei groben Verstößen käme dann neben einer "gebührenpflichtigen Anordnung zur Einstellung der Entnahme" ein Ordnungswidrigkeitenverfahren in Betracht. Bislang wurden noch keine Bußgelder erhoben. 

Teiche im Großen Garten sind fast trockengelegt

Der Neuteich im Großen Garten samt Verbindungskanal liegt trocken.
Der Neuteich im Großen Garten samt Verbindungskanal liegt trocken.  © Steffen Füssel

Egal ob Palaisteich, Carolasee oder Neuteich: Auch in den Gewässern im Großen Garten ist zurzeit teils erschreckend wenig Wasser.

Zumindest am Palaisteich hängt das aber nicht mit der Trockenheit der letzten Monate zusammen. Stattdessen entschlammt dort der Freistaat den künstlich angelegten Teich. 

Der Schlamm entsteht hauptsächlich durch das Laub der umliegenden Bäume. Mit dem Ende der 320.000 Euro teuren Arbeiten wird langsam wieder Wasser aus dem Kaitzbach eingelassen.

Doch das Bächlein führt momentan selbst kaum Wasser. Das hat Folgen: Damit zumindest im Carolasee der Wasserstand gehalten werden kann, "opfert" das Schlösserland aktuell den dritten großen Teich, der eigentlich mit Kaitzbach-Wasser gefüllt werden sollte: den Neuteich. 

Die Kanäle dorthin liegen trocken, der Wasserstand im Teich sinkt.

Auch im Palaisteich fehlt Wasser, Grund sind jedoch Baumaßnahmen.
Auch im Palaisteich fehlt Wasser, Grund sind jedoch Baumaßnahmen.  © Steffen Füssel

"Besucher entdeckten jetzt die großen Steine an der Uferbefestigung des Neuteichs, die sonst unter der Wasseroberfläche lagen, und werfen diese in den Teich", sagt Schlösserland-Sprecher Uli Kretzschmar (44). 

Das führt jedoch dazu, dass die Befestigung beschädigt wird und der Teich eher ausgebaggert werden muss. "Wir hoffen auf die Vernunft unserer Gäste."

Titelfoto: Robert Michael/dpa/Ove Landgraf

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