Vermummte besprühen S-Bahn in Klotzsche: Bekennervideo aufgetaucht!

Dresden - Am Samstagmorgen stürmten zehn vermummte Personen auf den Bahnhof Klotzsche und besprühten eine S-Bahn (TAG24 berichtete). Nun tauchte im Netz ein Bekennerschreiben neben einem Video der Täter auf.

So sah die Bahn nach nur wenigen Minuten aus.
So sah die Bahn nach nur wenigen Minuten aus.  © Bundespolizei Dresden

Während die Polizei noch Zeugen sucht, die Angaben zu den Tätern machen können, veröffentlichten diese im Internet ein Video ihrer Tat.

Auf der Plattform DailyMotion kann man in dem rund 2-minütigen Video sehen, wie sich die vermummten Personen im Gebüsch aufhalten.

Als die rote Lok zu sehen ist, welche in den Bahnhof einfährt, stürmt ein Teil der Beteiligten mit allerlei Tüten, in denen sich ihre Spray-Sachen befinden, los. Auch über die Gleise rennen einige der Täter auf die stehende Bahn zu.

Dann geht alles ganz schnell. Eine Person filmt die Vermummten, welche mit einer silbernen Farbe die Grundlackierung auf die Bahn anbringt. Schließlich sprühen sie mit Schwarz den großen Schriftzug "Evacuate" (dt. "Evakuieren") darauf.

Die Polizei hatte mitgeteilt, dass ein Part der Gruppe die Türen blockiert und die Notbremse gezogen hatte. 

Für den Spray-Vorgang benötigten die Unbekannten nicht mehr als fünf Minuten, währenddessen bemalten sie circa 70 Quadratmeter der Lok. Auch Wörter wie "Moria", "Zypern", "Samos", "Lampedusa", "Bremer Str." und "Malta" wurden geschrieben. Den Sprayern gelang nach ihrer Aktion die unerkannte Flucht. 

Später sieht man Aufnahmen der Bahn von verschiedenen Positionen in Dresden. Denn diese wurde zunächst nicht sofort aus dem Verkehr genommen. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf eine Summe in vierstelliger Höhe.

Was wollen die Täter mit ihrer Aktion erreichen?

Im Video sieht man zu Beginn Aufnahmen von der aktuellen Flüchtlingssituation in und um Europa. In einem Text neben dem kurzen Clip schreiben die Täter, dass sie mehr Bewusstsein für die Situation der Geflüchteten schaffen möchten.

Dabei kritisieren sie das Innenministerium und Horst Seehofer scharf. "Farbe gegen das Vergessen" betiteln die Täter das Geschehen und schließen ihren Aufruf mit dem kurdischen Wort "Azadi" (dt. Freiheit).

Die Unbekannten wurden bislang noch nicht gefasst. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0351-815020 bei der Bundespolizei Dresden zu melden.

Titelfoto: Bundespolizei Dresden

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