Zoff und Tumulte am Samstag: So lief die "Querdenker"-Demo in Dresden

Dresden - Frieden und Freiheit auf den Transparenten, doch Gewalt in vielen Köpfen: Trotz Verbot zogen am Samstag mehr als 1000 Pandemie-Leugner in die sächsische Landeshauptstadt. Da die geplante Kundgebung jedoch verboten war, erwartete sie ein Großaufgebot der Polizei. Dabei kam es zu Angriffen auf die Beamten.

In der Magdeburger Straße kesselte die Polizei Hunderte Pandemieleugner.
In der Magdeburger Straße kesselte die Polizei Hunderte Pandemieleugner.  © Eric Münch

In jedem Bundesland wollten Gegner der Coronaschutzmaßnahmen auf die Straße gehen, in Dresden schob das Oberverwaltungsgericht dem einen Riegel vor.

Die "Querdenker", unter ihnen AfD-Politiker, Holocaustleugner, Verschwörungstheroretiker und Neonazis kamen trotzdem, versuchten aus unterschiedlichen Richtungen in die Innenstadt zu gelangen.

Tatsächlich gab es eine legale Kundgebung der rechtsextremen "Heidenauer Wellenlänge" am Kongresszentrum. Nachdem hier jedoch mehr als 1000 Teilnehmer eintrafen, riegelte die Polizei ab.

Dresden: Einbruch in Dresden: Diebe stehlen mehrere Schnitzel und Eis
Dresden Crime Einbruch in Dresden: Diebe stehlen mehrere Schnitzel und Eis

Von der Devrientstraße aus griffen Demonstranten die Polizei an, brachen zur Magdeburger Straße durch, wo sie jedoch eingekesselt wurden. Bis zum Abend kam man nur mit Personalienabgabe und Maske aus dem Kessel heraus.

Wer keine Maske trug, wurde durchsucht.

Wegen eines Hitlergrußes wurde dieser Demonstrant erstmal festgenommen.
Wegen eines Hitlergrußes wurde dieser Demonstrant erstmal festgenommen.  © Eric Münch

Demo hätte laut Querdenken-Kopf Fuchs ohne Verbot friedlich verlaufen können

Die Polizei musste am Samstag das Impfzentrum am Messegelände mit Wasserwerfern schützen.
Die Polizei musste am Samstag das Impfzentrum am Messegelände mit Wasserwerfern schützen.  © Eric Münch

Tumultartig wurde es auf Altmarkt und Prager Straße: Hier durchbrachen am Nachmittag aggressive Demonstranten eine Polizeikette, schlugen und traten dabei auf Polizisten ein.

In einem Video drohte ein Demonstrant, bei der nächsten Veranstaltung mehrere Polizisten zu erschießen. Insgesamt zwölf Polizisten wurden verletzt.

"Es hätte friedlich laufen können", so der zynische Kommentar vom Dresdner Querdenken-Kopf Marcus Fuchs (36). "Wenn man das Ganze hier nicht verboten hätte."

Dresden: Aktenzeichen XY: Frau während Mittagspause auf Parkplatz in Meißen vergewaltigt
Dresden Crime Aktenzeichen XY: Frau während Mittagspause auf Parkplatz in Meißen vergewaltigt

Bis zum Abend stellte die Polizei Anzeigen wegen 47 Straftaten und 943 Ordnungswidrigkeiten. Es dürften allerdings noch mehr werden.

Bis 18 Uhr waren noch rund 200 Personen im Kessel in der Magdeburger Straße, die ebenfalls gegen die Corona-Schutzmaßnahmen verstießen und dort Polonaisen tanzten.

Titelfoto: Eric Münch

Mehr zum Thema Dresden Crime: