Millionen-Projekt spaltet Politik und Bevölkerung: Hat das Sachsenbad noch eine Zukunft als Schwimmhalle?

Dresden - Mit über 25 Millionen Euro Sanierungskosten endlich "Wasser ins Sachsenbad" bekommen? Oder so schnell wie möglich an einen privaten Investor verkaufen, der dann das Denkmal erhalten muss?

Seit 26 Jahren steht das einstige Bad leer.
Seit 26 Jahren steht das einstige Bad leer.  © Holm Helis

In einer Einwohnerversammlung prallten jetzt Verwaltung und Bürger aufeinander. Die Entscheidung fällt im Stadtrat - und sie ist völlig offen.

Das Rathaus will das seit 26 Jahren geschlossene und aktuell völlig marode Bad so schnell wie möglich an den letzten verbliebenen Investor verkaufen.

Hintergrund: Auch dieser droht abzuspringen, wenn sich die Stadt nicht in absehbarer Zeit zu einem Verkauf durchringt.

Kommt der nicht zustande, muss das Rathaus das Denkmal mit einem Wetterschutzdach notsichern. Teile des Gebäudes drohen einzustürzen, das Dach ist undicht. Kosten: 600.000 Euro sowie jährlich 300.000 Euro für den Unterhalt.

Doch das Konzept des Investors sieht zwar den Erhalt des Denkmals vor, allerdings ohne Wasserflächen.

Entscheidung nicht vor 2021

Heidi Geiler (64) kämpft für "Wasser im Sachsenbad".
Heidi Geiler (64) kämpft für "Wasser im Sachsenbad".  © Steffen Füssel

Das kritisiert die Bürgerinitiative vor Ort. "Auch 26 Jahre nach Schließung ist das Bad bei den Dresdnern nicht vergessen. Pieschen braucht die Wasserflächen", so Sprecherin Heidi Geiler (64).

Zum ersten Mal überhaupt fand die Einwohnerversammlung dazu online statt. Fast alle gestellten Fragen forderten den Erhalt der Schwimmflächen.

Frühestens Anfang 2021 fällt die Entscheidung im Rat. Für Wasser im Sachsenbad kämpfen die Linke und wohl die AfD.

Stadtrat Heiko Müller (56, AfD): "Wir unterstützen den Bürgerwillen in Pieschen, wollen eine Eingliederung in die Bäder GmbH."

Die CDU glaubt nicht, dass die dafür nötigen Millionen bereitgestellt werden können. Veit Böhm (55): "Die Alternative zum Verkauf ist der weitere Verfall und hohe jährliche Sicherungskosten."

Einen Kompromiss schlagen die Grünen vor. Thomas Löser (48): "Das Denkmal muss erhalten werden. Ich bin jedoch unglücklich mit dem Verkauf an Private."

Löser will daher die städtische Bautochter Stesad beauftragen, ein Konzept für eine kommunale Nutzung, jedoch ohne Wasserflächen, zu erstellen.

Das Dach undicht, Teile des Gebäudes einsturzgefährdet: So marode ist das Pieschener Sachsenbad.
Das Dach undicht, Teile des Gebäudes einsturzgefährdet: So marode ist das Pieschener Sachsenbad.  © Landeshauptstadt Dresden

Zudem solle die Frist mit dem Bieter, notfalls zulasten der Stadt, verlängert werden.

Titelfoto: Montage: Steffen Füssel, Holm Helis

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