Der Doktor-Dolmetscher: Dresdner Firma übersetzt ärztliche Patientenbriefe

Dresden - "Abnormaler Appendix", "histopathologische Nachuntersuchung der Appendices", "relevante Stenosen der großen Viszeralarterienabgänge" - so ein Arztbrief kann für Patienten das reinste Fach-Chinesisch sein. Nun hat das Dresdner Herzzentrum als erste sächsische Klinik ein Übersetzungsbüro mit der Eindeutschung beauftragt.

Arztsprech-Deutsch: Ansgar Jonietz (36), Chef von "Was hab´ ich?", übersetzt das Fachchinesisch der Mediziner.
Arztsprech-Deutsch: Ansgar Jonietz (36), Chef von "Was hab´ ich?", übersetzt das Fachchinesisch der Mediziner.  © Eric Münch

Die Ärzte sind fein raus - und es ist eine clevere Geschäftsidee: Die Dresdner Firma "Was hab' ich?" bietet den Dolmetscherservice "Arztsprech - Deutsch" an.

"Die Patientenbriefe werden mittels der durch uns entwickelten Software erstellt", erklärt Geschäftsführer Ansgar Jonietz. "Diese Software ist mit Tausenden Textbausteinen befüllt und kann damit komplett automatisiert individuelle Patientenbriefe für Patienten erstellen."

Ausgangspunkt war vor zehn Jahren die Website washabich.de. Dort konnten und können Patienten ihre Befunde einsenden, um sie verständlich zurückzuerhalten. Parallel schulte und schult die in Dresden ansässige Firma "in patientenverständlicher Kommunikation".

Auch wenn das Unternehmen keine Zahlen nennt, die Sache lohnt: "Wir sind in Dresden aktuell neun hauptamtliche Mitarbeiter", sagt Sprecherin Beatrice Brülke.

Nur so viel ist zu erfahren: Die Patientenbriefe werden aktuell noch durch das Herzzentrum finanziert. Inzwischen gebe es verschiedene weitere Kliniken und Ketten, die an dem Einsatz der Patientenbrief-Software interessiert sind, heißt es.

Titelfoto: Eric Münch

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0