Sorge von Ministerpräsident Kretschmer: Sind die Sachsen noch immer zu leichtsinnig?

Dresden - "Geduld. Solidarität. Disziplin." Die Landesregierung wirbt händeringend um Verständnis für ihr Nein zur Lockerung der Beschränkungen. Selbst die eigentlich gute Nachricht zu überschüssigen Testkapazitäten erweist sich als nicht wirklich gut.

Bleibt vorerst hart: Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU)
Bleibt vorerst hart: Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU)  © dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

"Wir haben eine trügerische Ruhe", warnt Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU). Aber gut sei noch lange nichts. "Das Virus ist nach wie vor da. Impfungen sind immer noch nicht möglich."

Die Staatsregierung werde zunächst bis Dienstag nach Ostern das jetzige Maßnahmenpaket fahren. 

"Denn das Schlimmste was passieren kann ist, dass das, was man zu Ostern am liebsten macht - Verwandte besuchen, Ausflüge gestalten - wieder zu einer Zunahme der Infektionen führt."

Dresden: Zug vor Dresdner Hauptbahnhof in Flammen: Polizei gibt Ursache bekannt
Dresden Feuerwehreinsatz Zug vor Dresdner Hauptbahnhof in Flammen: Polizei gibt Ursache bekannt

Er merke, dass in vielen Teilen der Gesellschaft "die Dramatik noch nicht richtig erkannt wird". 

Zwar sei Sachsen das Schlimmste bisher erspart geblieben. Aber wer nach New York oder Frankreich blicke, wisse was passieren kann.

Der Ministerpräsident zeigte sich ganz offen verwundert: "Die Anzahl der Tests ist nur noch halb so hoch wie vor einigen Tagen oder Wochen, weil viele nicht mehr die Notwendigkeit sehen. Die Sorge vor dieser Krankheit hat extrem nachgelassen ..."

Pro Tag nur 2500 Tests

Schlechte Nachrichten aus der Landeshauptstadt: Die Beschränkungen bleiben über Ostern bestehen, Normalität kehrt auch in einigen Wochen nicht ein.
Schlechte Nachrichten aus der Landeshauptstadt: Die Beschränkungen bleiben über Ostern bestehen, Normalität kehrt auch in einigen Wochen nicht ein.  © Robert Michael/dpa

Dabei sind in Sachsen inzwischen 5 600 Tests pro Tag möglich - ausgeführt werden aktuell nur 2 500.

Und die Bereitstellung weiterer Corona-Testkapazitäten stehen bevor. 

Unter der Federführung des Leipziger Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie werden in zwei Wochen Tausende zusätzliche Messungen pro Tag möglich sein.

Dresden: Coronavirus in Dresden: Inzidenz steigt leicht an
Dresden Lokal Coronavirus in Dresden: Inzidenz steigt leicht an

Ob die gebraucht werden, ist unklar. Sicher ist sich der Ministerpräsident aber: "Wir werden nicht in einigen Wochen zur einer Normalisierung des Lebens kommen."

Titelfoto: dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

Mehr zum Thema Dresden: