Schonzeit für Verkehrssünder bald vorbei: Dresdens Knöllchenjäger startklar

Dresden - Momentan herrschen für Autofahrer in Dresden geradezu paradiesische Zustände. Die Straßen sind leer und das Ordnungsamt verteilt keine Knöllchen - zumindest solange man es nicht übertreibt. 

Auch Radfahrern drohen seit gestern höhere Bußgelder. Unerlaubt auf dem Bürgersteig zu fahren, kostet nun 25 Euro.
Auch Radfahrern drohen seit gestern höhere Bußgelder. Unerlaubt auf dem Bürgersteig zu fahren, kostet nun 25 Euro.  © xcitepress/ce

Doch diese Zeiten sind wohl bald vorbei. Im Rathaus wird nämlich bereits darüber beraten, wann die Mitarbeiter des Ordnungsamts wieder losgeschickt werden, um Jagd auf Falschparker zu machen.

Derzeit werde geprüft, wann welche Kapazitäten im Ordnungsamt dafür frei sind, heißt es aus der Stadtverwaltung. 

Fest steht: Je mehr Lockerungen es bei den Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie gibt, desto weniger sind die Rathausmitarbeiter damit beschäftigt, deren Einhaltung zu kontrollieren. Diese Zeit kann dann wieder genutzt werden, um die klamme Stadtkasse zu füllen.

Und das geht seit Dienstag deutlich schneller. Bei vielen Delikten drohen nun nämlich deutlich höhere Bußgelder. Das Halten in zweiter Reihe kostet nun 55 Euro statt wie bisher nur 15 Euro. 

Bei Behinderung werden sogar 70 Euro und ein Punkt fällig. Genauso teuer ist Halten auf Schutzstreifen und dem Parken auf Geh- und Radwegen. 

Für Falschparker wird es teuer

Biker, die nicht auf der Straße parken, müssen auf ein gnädiges Ordnungsamt hoffen.
Biker, die nicht auf der Straße parken, müssen auf ein gnädiges Ordnungsamt hoffen.  © Norbert Neumann

Damit wird auch das bei vielen Motorradfahrern beliebte Parken auf dem Gehweg deutlich teurer. 

Steht das Bike oder der Roller dort länger als eine Stunde, kann es bis zu 100 Euro kosten und man bekommt einen Punkt. Das Ordnungsamt kann parkende Motorräder allerdings tolerieren.

"Die Kontrollen zur Einhaltung dieser Vorschrift stellen keinen Schwerpunkt bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs dar", heißt es dazu aus dem Dresdner Ordnungsamt. 

Allerdings schreibt die Behörde auch: "Es ist ausdrücklich vorgeschrieben, dass auch Motorräder zum Parken die Fahrbahn benutzen müssen." 

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte also ab sofort wieder streng nach Vorschrift parken, egal ob auf zwei oder vier Rädern.

Die knöllchenfreie Zeit ist bald vorbei.
Die knöllchenfreie Zeit ist bald vorbei.  © Steffen Füssel

Millionen für die Stadtkasse

Finanzbürgermeister Peter Lames (55, SPD) rechnet fest mit Geld von Verkehrssündern.
Finanzbürgermeister Peter Lames (55, SPD) rechnet fest mit Geld von Verkehrssündern.  © Ove Landgraf

Die Corona-Krise hat ein tiefes Loch in den Dresdner Haushalt gerissen. Da kämen Finanzbürgermeister Peter Lames (55, SPD) die Einnahmen durch das Abstrafen von Falschparkern gerade recht. Denn die haben es in sich.

Im vergangenen Jahr sind auf diesem Weg mehr als 3,5 Millionen Euro in die Stadtkasse geflossen. Wohlgemerkt: nur durch Falschparker. 

Die Einnahmen aus den städtischen Blitzern sind dabei nicht eingerechnet. Die bringen noch einmal etwa die gleiche Summe. Die Erhöhung der Bußgelder dürfte beide Summen deutlich steigen lassen.

Dass das Ordnungsamt bald wieder auf die Jagd nach Parksündern geht, öffnet aber noch eine weitere Geldquelle: die Parkgebühren. 

Mangels Kontrolle werden in letzter Zeit viele Autofahrer darauf verzichtet haben, ein Ticket zu ziehen. Schließich wurde ja nicht kontrolliert. 

Lames sprach kürzlich von etwa einer Million Euro entgangener Parkgebühren in den vergangenen Wochen. Geld, das Dresden in der aktuellen Situation gut hätte gebrauchen können.

Titelfoto: xcitepress/ce

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