Dieser Apfel aus der Oberlausitz ist das Obst des Jahres

Ostritz - Vögel, Unkräuter, Schmetterlinge, Insekten, Heilpflanzen - jedes Jahr hat seine Stars aus Fauna und Flora. 2021 steht auch eine regionale Spezialität aus Sachsen im Rampenlicht: Der Apfel der Sorte "Oberlausitzer Muskatrenette" ist die Streuobstsorte des Jahres.

Michael Schlitt sammelt in der Stiftung Oberlausitz alte Obstsorten, darunter weit über 300 Apfelsorten.
Michael Schlitt sammelt in der Stiftung Oberlausitz alte Obstsorten, darunter weit über 300 Apfelsorten.  © dpa/Miriam Schönbach

Über Herkunft und Alter des süßen Tafelapfels gibt es unterschiedliche Angaben. Oft wird das Jahr um 1670 angegeben.

Doch Michael Schlitt (61), der 2006 mit seiner Frau Bettina (55) die "Oberlausitz Stiftung" zum Erhalt alter Obstsorten ins Leben rief, datiert die Sorte auf Ende des 19. Jahrhunderts. Er weiß: "In der Oberlausitz wurden in den vergangenen 150 Jahren mehr als 370 verschiedene Apfelsorten angebaut."

Die Oberlausitz Stiftung hat über 700 Obstsorten in Pflege, viele davon auf einer 2,5 Hektar großen, stiftungseigenen Streuobstwiese in Ostritz. Dort steht auch ein Baum, der Oberlausitzer Muskatrenetten trägt.

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"Maximal 100 Jahre kann ein alter, hochstämmiger Obstbaum werden", weiß Biologin Bettina Schlitt. Und sorgt deshalb für "Nachwuchs". Die Stiftung (www.oberlausitz-stiftung.de) verschickt von ihren Obstsorten Reiser (Zweige) zum Aufpfropfen.

Schneller zum Ertrag (und zum Reinbeißen) geht's mit einem Bäumchen aus der Baumschule. "Die Oberlausitzer Muskatrenette schmeckt aromatisch, leicht süß, mit einer Muskatnote", weiß Junior-Chefin Katharina Friebe (38) von der Baumschule Freiberg.

"Wir verkaufen ab Sommer dreijährige Bäumchen für den Hausgarten." Diese werden nicht so hoch wie die Urväter von der Streuobstwiese.

Biologin Bettina Schlitt gründete mit ihrem Mann Michael die Stiftung Oberlausitz.
Biologin Bettina Schlitt gründete mit ihrem Mann Michael die Stiftung Oberlausitz.  © PR
Katharina Friebe von der Baumschule Freiberg kümmert sich um die vorgezogenen Apfelbäumchen.
Katharina Friebe von der Baumschule Freiberg kümmert sich um die vorgezogenen Apfelbäumchen.  © Norbert Neumann

Die gesamte Liste der Tiere und Pflanzen des Jahres 2021 findet man auf der Internetseite des NABU. Dort kann auch noch bis 19. Januar für den "Vogel des Jahres" abgestimmt werden, zehn gefiederte Kandidaten stehen zur Wahl.

Titelfoto: dpa/Miriam Schönbach

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