Dieser Dresdner macht Pfandsammeln zur Schatzsuche

Dresden - Wer in Dresden unterwegs ist, kennt sie: die leeren Pfandflaschen auf Parkbänken, Wiesen oder am Straßenrand. Was viele achtlos liegen lassen, wurde für Sammy Zimmermanns (48) aus Löbtau zur Idee für ein ungewöhnliches Herzensprojekt. Mit seiner App "Pfandpirat" macht er aus dem Pfandsammeln eine digitale Schatzsuche.

Sammy Zimmermanns (48) treibt die Entwicklung seiner App immer weiter voran.  © Steffen Füssel

"Eigentlich hat alles mit meiner Gesundheit angefangen", erzählt Zimmermanns im Gespräch mit TAG24. Im Frühjahr vergangenen Jahres musste sich der Dresdner mehr bewegen und begann, regelmäßig lange Spaziergänge durch die Stadt zu unternehmen.

"Ich bin oft zehn Kilometer oder mehr durch Dresden gelaufen. Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, wie viele Pfandflaschen überall herumstanden. Nach einer Runde hatte ich schon einige Euro zusammen."

Dann kam die Idee, die ihn nicht mehr losließ. Also setzte er sich zu Hause an den Rechner. "Zuerst habe ich mir nur eine ganz einfache App gebaut. Aber irgendwann wurde daraus ein richtiges Spiel."

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Heute heißt diese App "Pfandpirat" und hat mit Käpt'n Kork sogar ein eigenes Maskottchen.

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So sehen unterschiedliche Bereiche in der App aus, die aktuell von rund 200 Usern genutzt werden.  © Bildmontage: Pfandpirat / Sammy Zimmermanns

Die Grundidee klingt simpel: Nutzer sammeln Pfandflaschen, markieren Fundorte oder melden Pfand für andere. "Auf der Startseite gibt es einen kleinen Schrittzähler. Bestimmte Orte sind markiert", erklärt Zimmermanns.

Wer unterwegs ist, erkundet gleichzeitig die digitale Karte. Neue Wege decken neue Bereiche auf. Für Aktivitäten gibt es Erfahrungspunkte, Belohnungen und virtuelle Ressourcen.

"Zusätzlich baut man sich in der App sein eigenes Schiff zusammen. Je mehr man unterwegs ist, desto mehr sammelt man." Künftig sollen die virtuellen Schiffe sogar gegeneinander antreten können. Dazu kommen kleine Minispiele wie Memory oder ein Flaschen-Logo-Quiz. "Mit den Spielen kann man XP sammeln. Später möchten wir auch kleine Gutscheine oder Coupons als Belohnungen anbieten."

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Soziale Komponente macht den Gründer stolz

Der Alaunpark in der Neustadt ist ein Hotspot für Pfandsammler.  © 123RF/pingpao, Steffen Füssel, Uwe Meinhold

Besonders stolz ist Zimmermanns auf die soziale Komponente seiner App. "Nicht jeder hat immer einen Rucksack oder eine Tasche dabei. Wenn ich unterwegs eine Flasche sehe, kann ich einfach ein Foto machen und den Standort für jemand anderen markieren."

Pfandpirat funktioniert als Web-App direkt im Browser. Eine Installation ist nicht zwingend nötig. Android-Nutzer finden die Anwendung bereits im Google Play Store.

Für Apple-Geräte gibt es zwar noch keine klassische App-Store-Version, die Nutzung funktioniert aber ebenfalls über die Website.

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Für die Zukunft sucht Zimmermanns nun Partner, Unterstützer und weitere Mitstreiter.

Denn aus einer gesundheitlich motivierten Spaziergang-Idee ist inzwischen ein Projekt geworden, das Nachhaltigkeit, Bewegung und Spielspaß miteinander verbindet.

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