Dieser Elektromeister baut sich Beatmungsgerät aus Baumarkt-Teilen

Dresden - Selbst, wenn die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote wieder aufgehoben sind - das Thema Corona wird uns noch über Monate begleiten. 

Elektromeister Dirk Schulze (35) hat aus Euroboxen, einem Spanngurt und einem Getriebemotor aus dem Modellbau ein Beatmungsgerät entwickelt.
Elektromeister Dirk Schulze (35) hat aus Euroboxen, einem Spanngurt und einem Getriebemotor aus dem Modellbau ein Beatmungsgerät entwickelt.  © Eric Münch

In Sachsen und Deutschland im Allgemeinen sieht die Situation für Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern gut aus. In anderen Teilen der Welt fehlt es dagegen an allem. 

Besonders Beatmungsgeräte sind gefragt, aber kaum zu bekommen. 

Ein Dresdner Elektromeister hat jetzt allerdings eine Beatmungsmaschineaschine aus Teilen gebaut, die es so überall auf der Welt gibt! "Meine Maschine kann man sogar mit einer Autobatterie bis zu zehn Tagen betreiben", sagt Dirk Schulze (35). 

"Die Bauteile kriegt man hier im Baumarkt und sind auch Infrastruktur schwachen Gebieten zugänglich." Auf die Idee sich an ein simples Beatmungsgerät zu setzen kam der Dresdner durch Zufall. 

"Als ich gehört habe, dass Corona-Patienten in anderen Teilen der Welt teilweise von ihren Verwandten per Hand beatmet werden müssen, wollte ich versuchen, eine simple Lösung für das Problem zu finden."

Dirk Schulze sucht nun Ärzte, um Idee weiterzuentwickeln

Beatmungsbeutel, ein paar Kabel und Schalter und einen Minicomputer - mehr brauchte Schulze für seine Idee nicht.
Beatmungsbeutel, ein paar Kabel und Schalter und einen Minicomputer - mehr brauchte Schulze für seine Idee nicht.  © Eric Münch

Und simpel ist seine Maschine. Sie besteht aus Plastikboxen, einem kleinen Getriebemotor, wie er auch im Modellbau verwendet wird und einem Minicomputer für fünf Euro. 

"Dazu noch ein herkömmlicher Handbeatmungsbeutel aus der Apotheke, ein Display, ein paar Schalter und ein Spanngurt", sagt Schulze. Einmal richtig programmiert und verkabelt, übernimmt der Spanngurt die Aufgabe, den Beatmungsbeutel zusammenzudrücken. 

"Ein einfaches Prinzip, das so vielleicht schnell umgesetzt werden kann", sagt der Erfinder. "Jetzt suche ich vor allem Ärzte, die sich der Sache annehmen und mir als medizinischen Laien erklären, was man noch verändern oder verbessern müsste." 

Für einen Einsatz in Deutschland sind die Hürden allerdings hoch: "Eine Zulassung als Medizin-Produkt dauert lang und ist an viele Vorgaben geknüpft. Außerdem hat gerade niemand die Zeit, so ein Gerät für den deutschen Markt zu testen", so Schulze. "Ich hoffe erst einmal darauf, dass ich mit meiner Idee einen Beitrag leisten und Menschen in ärmeren oder stark betroffenen Ländern helfen kann." Der Beatmungsbeutel an sich hat natürlich eine Zulassung. "Der ist so ja auch im Equipment von beispielsweise Notärzten zu finden." 

Schulze hofft nun, dass sich schnellstmöglich jemand bei ihm meldet, der die Maschine mit ihm weiterentwickelt. Kontakt: kontakt@e-schulze.de.

Titelfoto: Eric Münch

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