Doppelt so viele Bäume weg! Das Kiefern-Massaker vom Blasewitzer Waldpark

Bautzen - Der Aufschrei war groß, als das Rathaus in Dresden ankündigte, im Waldpark Blasewitz rund 300 Bäume fällen zu wollen. Nun ist klar: Es mussten mehr als doppelt so viele Bäume dran glauben. Wie die Stadtverwaltung am Freitag bei einem Vor-Ort-Termin mitteilte, sind 749 Kiefern der Kettensäge zum Opfer gefallen. Und es werden nicht die letzten gewesen sein.
Jörg Lange (55) vom Gründflächenamt erklärt, warum die Fällungen notwendig waren.
Jörg Lange (55) vom Gründflächenamt erklärt, warum die Fällungen notwendig waren.  © Thomas Türpe

"Es stehen noch Bäume, die eigentlich schon tot sind", erklärt Jörg Lange (55) vom Dresdner Grünflächenamt. Außerdem müsse beobachtet werden, wie sich der Schädlingsbefall weiter entwickle. Schädlinge wie der Kiefernborken- und der Kiefernprachtkäfer hätten sich wegen des geringen Niederschlags explosionsartig vermehrt. 

Gleichzeitig konnten die Kiefern durch den Wassermangel weniger Harz produzieren, das sie gegen die Käfer schützt. Damit die Schädlinge nicht weiter ausschwärmen und weitere Bäume befallen, muss das kranke Gehölz so schnell wie möglich raus.

Ob der Waldpark durch neue Kiefern oder eine andere Baumart wieder aufgeforstet wird oder man eine sogenannte Naturverjüngung vornimmt, bei der Samen bestehender Pflanzen ausgesät werden, ist noch unklar. "Vor 2021 wird nicht entschieden, wie wir vorgehen werden", sagt Lange. 

Derzeit laufen Abstimmungen unter anderem mit dem Denkmalamt, da der Waldpark ein Gartendenkmal ist.

Geld verdient die Stadt mit den gefällten Bäumen übrigens nicht - im Gegenteil. Weil wegen der Trockenheit deutschlandweit viel gefällt wird, sei der Verkauf momentan ein Zuschussgeschäft.

Bevor die Kettensäge angesetzt wird, hat der Artenschutzbeauftragte Christoph Hübner (44) die Stämme nach Bewohnern abgesucht.
Bevor die Kettensäge angesetzt wird, hat der Artenschutzbeauftragte Christoph Hübner (44) die Stämme nach Bewohnern abgesucht.  © Thomas Türpe
Die gefällten Kiefern wurden mittlerweile abtransportiert.
Die gefällten Kiefern wurden mittlerweile abtransportiert.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel, Thomas Türpe

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