Dramatischer Einnahmeverlust beim Dresdner Zoo, Planungen gehen trotzdem weiter

Dresden - Die Corona-Pandemie hat dem Dresdner Zoo einen erheblichen Verlust an Besuchern und damit an Einnahmen beschert. Im vergangenen Jahr kamen rund 627.000 Gäste, knapp 30 Prozent weniger als im Vorjahr, wie Direktor Karl-Heinz Ukena am Mittwoch anlässlich der Zoo-Inventur mitteilte.

Tierpfleger vermessen anlässlich der jährlichen Inventur im Zoo Dresden ein Trampeltier-Männchen.
Tierpfleger vermessen anlässlich der jährlichen Inventur im Zoo Dresden ein Trampeltier-Männchen.  © Sebastian Kahnert/dpa

Bis Jahresende habe es etwa eine Million Euro Einnahmeverlust gegeben. Die Dresdner hätten dem Zoo in der Pandemie aber die Treue gehalten: "Mit der Stadt Dresden haben wir zudem einen starken Gesellschafter, der uns bezuschusst, so dass die laufenden Kosten gedeckt sind. Die Versorgung unserer Tiere und Absicherung aller Arbeitsplätze war zu keinem Zeitpunkt gefährdet."

Trotz der Krise gehen die Planungen für das neue Orang-Utan-Haus weiter. Es soll mit 17 Millionen Euro Kosten das größte Bauprojekt in der Geschichte des Zoos werden. Der Baustart ist im Sommer geplant. Die Zucht von Orang-Utans hat in Dresden eine lange Tradition.

Mit einem Investitionszuschuss der Stadt rechnet man aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht. Deshalb soll ein Kredit in Höhe von zwölf Millionen Euro aufgenommen werden, hieß es.

Die Restsumme soll aus Eigenmitteln und Spenden finanziert werden. Bis Jahresende seien bereits 126.000 Euro Spenden dafür eingegangen. Insgesamt will man zehn Prozent der Bausumme von Spendern einwerben.

Tierpflegerin Annka Lewertoff steht während der Fütterung im Gehege der Zebramangusten.
Tierpflegerin Annka Lewertoff steht während der Fütterung im Gehege der Zebramangusten.  © Sebastian Kahnert/dpa
Ein Humboldt-Pinguin schwimmt in einem Wasserbecken des Dresdner Zoos.
Ein Humboldt-Pinguin schwimmt in einem Wasserbecken des Dresdner Zoos.  © Sebastian Kahnert/dpa
Auch eine Schneeeule gibts im Dresdner Zoo. Der Vogel zählt zu den charakteristischen Vögeln der arktischen Tundra.
Auch eine Schneeeule gibts im Dresdner Zoo. Der Vogel zählt zu den charakteristischen Vögeln der arktischen Tundra.  © Sebastian Kahnert/dpa
Zwei Geparden liegen in ihrem Gehege. Wie in jedem Jahr geht es im Zoo nach dem Jahreswechsel um jede Menge Zahlen, wenn der gesamte Tierbestand genau erfasst und dokumentiert wird.
Zwei Geparden liegen in ihrem Gehege. Wie in jedem Jahr geht es im Zoo nach dem Jahreswechsel um jede Menge Zahlen, wenn der gesamte Tierbestand genau erfasst und dokumentiert wird.  © Sebastian Kahnert/dpa

Zoo-Alltag läuft hinter den Kulissen weiter

Seit 2. November ist der Zoo Dresden wegen der Pandemie geschlossen. Der Zoo-Alltag läuft hinter den Kulissen weiter. Das neue Jahr begann wie üblich mit der Erfassung sämtlicher Tierbestände. Die Menge der Tiere blieb mit etwa 1500 nahezu konstant. Bei der Artenvielfalt verzeichnete der Zoo aber einen Rückgang.

Das sei beispielsweise auf die Abgabe der Wasserschweine und Parmakängurus zurückzuführen, hieß es. Mit dem Tod des Riesensalamanders habe man die Haltung dieser Amphibienart beendet.

In diesem Jahr sollen jedoch neue Tiere kommen, so noch vor Ostern die in Afrika beheimateten Löffelhunde. Weitere Neuzugänge sind bei Goralen - eine asiatische Ziegenart - und Kattas geplant.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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