Drei Millionen Euro verbaut: Loschwitzer Standseilbahn geht ab sofort digital bergauf

Dresden - Drei Millionen Euro investierten die DVB in eine Runderneuerung der Loschwitzer Standseilbahn. Ein Jahr wurde gebaut, die denkmalgeschützte Bahn von analog auf digital umgestellt. Das ändert sich für Fahrgäste und Betrieb.

Freut sich über komplett sanierte Bergbahnen: DVB-Chef Andreas Hemmersbach (52).
Freut sich über komplett sanierte Bergbahnen: DVB-Chef Andreas Hemmersbach (52).  © Holm Helis

Die größte Neuerung prägt das modernere Erscheinungsbild der Talstation.

"Das kleine enge Kabuff ist weg. Aus dem neuen Funktionsgebäude heraus kann erstmals die komplette Bahn gesteuert werden", sagt DVB-Chef Andreas Hemmersbach (52).

Bisher ging dies nur vom Berg aus.

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"Die meisten Fahrgäste kommen aber von unten zu unserer Bahn und vor allem die Touristen haben viele Fragen", so Betriebsleiter Markus Dorschner (25).

Die komplette Steuerungstechnik wurde getauscht, 500 Meter Stromkabel neu verlegt. Zum ersten Mal gibt es Bildschirme und Videotechnik in den Bahnen.

"Im unwahrscheinlichen Fall einer Havarie können wir jetzt mit den Fahrgästen kommunizieren", so Hemmersbach.

Kameras vor und hinter den Bahnen zeigen dem Fahrdienstleiter, ob es auf den Gleisen sicher ist.

Drei Millionen Euro, 1,7 Millionen davon Fördergelder, wurden investiert: Ab Montag fährt die Standseilbahn wieder.
Drei Millionen Euro, 1,7 Millionen davon Fördergelder, wurden investiert: Ab Montag fährt die Standseilbahn wieder.  © Holm Helis
Roland Hetzer (54, Vize-Bereichsleiter) in der Bergstation.
Roland Hetzer (54, Vize-Bereichsleiter) in der Bergstation.  © Holm Helis

Entlang der Strecke gibt es nun dünne Drähte, die als Baumfallsicherungen dienen

Im März zogen die Bergbahner das tonnenschwere Seil per Muskelkraft ins Tal.
Im März zogen die Bergbahner das tonnenschwere Seil per Muskelkraft ins Tal.  © DVB

Entlang der kompletten Strecke wurden zudem dünne Drähte als Baumfallsicherungen montiert. Fallen Äste oder Bäume auf Draht und damit die Gleise, wird die Bahn automatisch gestoppt.

In das Gebäude der Bergstation wurde eine Montageöffnung eingebaut. So können nun schwere Komponenten ins Maschinenhaus im Keller hinabgelassen werden.

136 Holzbalken auf dem 102 Meter langen Viadukt wurden ausgetauscht. Außerdem sind die Laufwege über das Viadukt nicht mehr mit Holz, sondern mit glasfaserverstärktem Kunststoff eingedeckt.

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Per Muskelkraft haben die Bergbahner im März ein 610 Meter langes und 3,5 Tonnen schweres neues Zugseil von oben nach unten über die Anlage gezogen. Das neue Seil soll jetzt 40 Jahre halten.

38 Millimeter stark, knapp 3,5 Tonnen schwer: Das neue Zugseil für beide Bahnen soll 40 Jahre halten.
38 Millimeter stark, knapp 3,5 Tonnen schwer: Das neue Zugseil für beide Bahnen soll 40 Jahre halten.  © Holm Helis

Mit dem Abschluss der Arbeiten sind sowohl Schwebebahn als auch Standseilbahn umfassend saniert, größere Arbeiten stehen nicht mehr an.

Titelfoto: Holm Helis

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