Vom Abriss bedroht: So will dieser Politiker die Gründerzeitvilla in Trachau retten

Dresden - Das Gründerzeithaus an der Ecke Wilder-Mann-Straße und Burgsdorffstraße hat seine besten Zeiten hinter sich. Aber muss es deshalb gleich abgerissen werden? Darüber wird eifrig diskutiert.

Das 120 Jahre alte Haus soll einem Neubau weichen.
Das 120 Jahre alte Haus soll einem Neubau weichen.  © Holm Helis

Seit der Dresdner Fotograf Ray Van Zeschau (55) den geplanten Abriss vor gut einer Woche auf seiner Facebook-Seite "Verschwundenes Dresden" öffentlich gemacht hat, scheiden sich die Geister.

Fest steht: Der Eigentümer hat dem Bauaufsichtsamt den Abriss angezeigt. Weil das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, braucht er dafür keine Genehmigung. An der Stelle des Altbaus, in dem derzeit noch drei Familien wohnen, soll ein Neubau mit mehr Wohnungen entstehen. Die bisherigen Mieter müssen bis Ende Mai raus sein.

Der Dresdner Stadtrat und Landtagsabgeordnete Thomas Löser (48, Grüne) will das verhindern. Er hat bereits eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt und will sich mit einem Brief an den Hauseigentümer wenden. Dafür hat Löser am Donnerstag im Stadtrat Unterschriften gesammelt.

Auf der Website der Stadt hat er zudem eine Petition für eine Sanierung des um 1900 errichteten Gebäudes gestartet. Die wurde bereits fast 1 400-mal unterzeichnet. "Ich hoffe es ist noch nicht zu spät, um das Haus zu retten. Es kann nicht sein, dass solche soliden und ortsbildprägenden historischen Häuser abgerissen und durch Investorenkisten ersetzt werden", sagt er.

Unterstützung kommt von der SPD-Fraktion. Die schlägt die Einführung einer Erhaltungssatzung für Trachau vor. "Viele dutzend Altbauquartiere in Dresden sind über diesen Weg schon geschützt", sagt Stadtrat Stefan Engel (27, SPD).

Sollten die Bemühungen keine Früchte tragen, will Löser als letzte Möglichkeit einen Eilantrag für eine Veränderungssperre stellen. Außerdem könne man das Grundstück im Bebauungsplan als Wiese ausweisen. Dadurch wäre es praktisch wertlos.

Thomas Löser (48, Grüne) kämpft für den Erhalt des Gebäudes.
Thomas Löser (48, Grüne) kämpft für den Erhalt des Gebäudes.  © Eric Münch

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