Dresden im Corona-Rausch: Rathaus meldet immer mehr Drogenfälle

Dresden - Für viele Dresdner ist die Corona-Pandemie scheinbar nur noch im Rausch zu ertragen. Darauf lassen zumindest die ersten Zahlen zum Drogenkonsum in Dresden im vergangenen Jahr schließen.

2020 stieg der Cannabis-Konsum unter Dresdner Jugendlichen. (Symbolbild)
2020 stieg der Cannabis-Konsum unter Dresdner Jugendlichen. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa

Wie aus einer Antwort des Rathauses auf eine Anfrage von Stadträtin Pia Barkow (35, Die Linke) hervorgeht, ist dieser Konsum nämlich gestiegen. Die Folgen bekommen Rettungsdienste und Notaufnahmen bereits zu spüren.

So meldete die Suchtambulanz für Kinder und Jugendliche des Uniklinikums dem Rathaus, dass im ersten Lockdown bei Kindern und Jugendlichen ein gestiegener Alkohol- und Drogenkonsum festgestellt wurde. Bei Letzterem geht es vor allem um Cannabis.

Auch die Jugendhilfe verzeichnete "verstärkte Alkohol- und Crystal-Rückfälle, einen gestiegenen Mischkonsum und den verstärkten Einsatz von Ersatzsubstanzen".

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Seit Herbst erreichen die Jugendhilfe zudem wesentlich mehr Anfragen und vermehrt schwere Fälle psychisch Erkrankter. Betroffen sind aber nicht nur Kinder und Jugendliche.

Seit Jahresbeginn kommen immer mehr Patienten mit Alkoholentzugserscheinungen, Alkoholvergiftung und durch Drogen ausgelösten Psychosen in der Erwachsenenpsychiatrie des Uniklinikums an. Analysen des Abwassers im Mai, Juli und September zeigen zudem einen deutlichen Anstieg der Rückstände von Crystal Meth.

Stadträtin Pia Barkow (35, Die Linke) nennt die Zahlen zum gestiegenen Drogenkonsum besorgniserregend.
Stadträtin Pia Barkow (35, Die Linke) nennt die Zahlen zum gestiegenen Drogenkonsum besorgniserregend.  © Thomas Türpe

"Die ersten Daten zum erhöhten Drogenkonsum sind alarmierend", sagt Barkow. Deshalb müsse nun geprüft werden, ob das bestehende Netz an Hilfsangeboten für die Krise noch ausreicht.

Titelfoto: picture alliance/dpa

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