Dresden: Riesen-Ansturm auf Soforthilfe für Kleinunternehmer

Dresden - Der Ansturm ist gewaltig! Der Beschluss des Stadtrats, Dresdens Kleinstunternehmern 1000 Euro Soforthilfe zu zahlen, ist erst wenige Stunden alt, da sind im Rathaus schon über 2 000 Anträge eingegangen. Tendenz: steigend.

OB Dirk Hilbert (48, FDP) will nachlegen, sollte das Geld nicht für alle Anträge ausreichen.
OB Dirk Hilbert (48, FDP) will nachlegen, sollte das Geld nicht für alle Anträge ausreichen.  © Holm Helis

Im Minutenabstand landete Freitagmittag ein Umschlag nach dem anderen im Briefkasten der Stadtverwaltung im WTC. Und im Rathaus steht ein zweiter. Die Unternehmer kamen dabei aus nahezu allen Branchen.

Einer von ihnen ist Bäckermeister Sven Hennig (50). Wie bei vielen anderen Kollegen ist auch bei ihm das Liefergeschäft weggebrochen. "Wir machen Catering, beliefern Schulen und auch Dynamo. Doch das fällt jetzt alles flach", erzählt er. Gleichzeitig betont er, dass es andere Branchen wie die Frisöre schlimmer getroffen habe. Er könne seinen Laden wenigstens noch öffnen.

Anders sieht es bei Elena Malkova (56) aus. "Ich darf mein Kosmetikstudio seit Montag nicht mehr öffnen. Die Miete muss ich aber weiter zahlen", sagt sie. Kurz nach ihr wirft eine Fremdenführerin ihren Antrag ein. 

Für 5000 reicht das bewilligte Geld

Der Briefkasten im WTC musste stündlich geleert werden.
Der Briefkasten im WTC musste stündlich geleert werden.  © Lutz Hentschel

Seit Anfang März habe sie bereits keine Aufträge mehr und bis in den Juni rein werde alles storniert, erzählt sie. Dieter Recknagel (64) hat dagegen mit der Schließung der deutsch-polnischen Grenze zu kämpfen. Der selbstständige Ingenieur in der Qualitätssicherung hat eigentlich einen Überwachungsauftrag in Polen. "Den kann ich nun nicht wahrnehmen", sagt er.

Bereits am Donnerstagabend hatte auch Ex-Stadträtin Barbara Lässig (62) ihren Antrag im Rathaus eingeworfen. "Ich habe eine Werbefirma und zwei Leute zu bezahlen", sagt sie. Mit dem Zuschuss könne sie zumindest einen Monat die Miete zahlen.

Damit die Hilfe möglichst schnell ankommt, prüfen die Mitarbeiter im Amt für Wirtschaftsförderung das ganze Wochenende die Anträge. 

Für 5 000 reicht das bewilligte Geld. "Wenn wir merken, dass wir darüber kommen, steuern wir nach", kündigt OB Dirk Hilbert (48, FDP) an.

Kosmetikerin Elena Malkova (56) kann seit Montag nicht mehr arbeiten.
Kosmetikerin Elena Malkova (56) kann seit Montag nicht mehr arbeiten.  © Lutz Hentschel
Ingenieur Dieter Recknagel (64) kann derzeit nicht in Polen arbeiten.
Ingenieur Dieter Recknagel (64) kann derzeit nicht in Polen arbeiten.  © Lutz Hentschel
Ein Antrag nach dem anderen wanderte in den Briefkasten im WTC.
Ein Antrag nach dem anderen wanderte in den Briefkasten im WTC.  © Lutz Hentschel

Alle weiteren Infos in unserem >> Dresden-Liveticker.

Titelfoto: Holm Helis/Lutz Hentschel

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0