Sanitäter werden im Einsatz mit "Kalaschnikow" bedroht, Feuerwehr schlägt Alarm

Dresden - Die Malteser wollten nur helfen - und sahen plötzlich in den Lauf einer Waffe. Weil er sich falsch behandelt fühlte, war ein 44-Jähriger ausgerastet und hatte die Rettungssanitäter mit einer vermeintlichen Kalaschnikow bedroht! Alarmierend: Übergriffe wie diese sind keine Seltenheit mehr.

Am Niederseidewitzer Weg in Leuben rastete ein 44-Jähriger aus und drohte mit einer als Kalaschnikow getarnten Softair-Waffe.
Am Niederseidewitzer Weg in Leuben rastete ein 44-Jähriger aus und drohte mit einer als Kalaschnikow getarnten Softair-Waffe.  © Steffen Füssel und imago images/Shotshop

Wegen Rückenschmerzen hatte der Dresdner den Rettungsdienst am Abend zu seiner Wohnung an den Niederseidewitzer Weg in Leuben gerufen (TAG24 berichtete).

Offenbar passte dem Mann aber an der Behandlung irgendetwas nicht. Er zückte plötzlich eine Softair-Waffe, die einem Klaschnikow-Maschinengewehr täuschend ähnlich sah. Er richtete die Knarre auf die beiden Notfallsanitäter (28 und 52) der Johanniter und rief: "Ich knall Dich ab!"

Die Sanitäter verließen sofort die Wohnung und alarmierten die Polizei. Die Beamten trafen den bewaffneten Mann vor dem Haus an, veranlassten die Einlieferung ins Krankenhaus und stellten fest, dass die Kalaschnikow eine Softairwaffe war.

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Außerdem fanden sie Gaskartuschen und Gummigeschosse in der Wohnung. Der Pöbler hatte zudem 1,8 Promille intus.

Feuerwehr alarmiert: Immer mehr Angriffe auf unsere Retter

So eine unschöne Begegnung mit einem Patienten ist leider kein Einzelfall: "Es kommt immer wieder vor, dass Rettungskräfte bedroht werden", so Feuerwehrsprecher Michael Klahre (41).

Die Angriffe haben zugenommen: 2020 gab es 121 Fälle. Zehnmal wurden dabei Rettungsmittel beschädigt, 46 Mal kam es zu körperlicher Gewalt, 65 Mal zu Pöbeleien und verbalen Drohungen.

2019 waren es "nur" 105 derartige Übergriffe. Seit der Aufzeichnung (2015) der Gewaltanwendung gegen Rettungskräfte ist 2020 damit trauriger Spitzenreiter.

Die Zahl der Angriffe könnte noch höher liegen, da von den Rettern nicht unbedingt jedes Anpöbeln gemeldet wird.

Titelfoto: Steffen Füssel und imago images/Shotshop

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