Schneemassen in Sachsen: Weiße Pracht und eisiges Ärgernis

Dresden - Schneefall über Nacht und weiß gepuderte Landschaften überraschten die Sachsen am Sonntagmorgen. Was die einen erfreut hat, war für andere ein Fluch.

Langläufer André Thess freute sich am Sonntag über die weiße Pracht.
Langläufer André Thess freute sich am Sonntag über die weiße Pracht.  © Norbert Neumann

Die ersten Langläufer zogen schon früh ihre Bahnen auf den Dresdner Elbwiesen, zwischen dem Blauen Wunder und der Messe. Auch Rodelspaß gab es an jedem noch so kleinen Hang im trocknen Schnee bei minus fünf Grad. Der eisige Wind (Windstärke 7) schreckte auch Spaziergänger nicht ab.

Schwerer haben es die Obdachlosen, besonders jetzt in der Coronavirus-Pandemie. Neben 394 Schlafplätzen in Heimen und dem Angebot der Nachtcafés bietet das Wärmezelt der Heilsarmee (250 Quadratmeter) Bedürftigen seit Anfang Dezember eine Übernachtungsmöglichkeit. Seither kommen jede Nacht zehn bis 20 Obdachlose.

Rosi Scharf (59), Leiterin der Heilsarmee Dresden, appelliert an die Bevölkerung: "Jeder, der jemanden sieht, der Hilfe braucht, soll sofort anrufen, damit niemand erfrieren muss."

Rosi Scharf (59) von der Heilsarmee bringt Tee in die Wärmehalle.
Rosi Scharf (59) von der Heilsarmee bringt Tee in die Wärmehalle.  © Eric Münch

Zahlreiche Unfälle und ausgefallene Züge in Sachsen

Wenig Freude am Wintereinbruch hatten gestern Autofahrer: Auf der A4 am Burkauer Berg (Fahrtrichtung Dresden) fuhren sich gegen 5.45 Uhr zwei Brummis fest, das THW musste anrücken. Kurz nach 9 Uhr standen die nächsten Brummis am Hang fest. "Immer wieder gingen bei uns Anrufe wegen festgefahrener Autos ein, das Freischaufeln ist nicht unsere Aufgabe", so ein Polizeisprecher.

Auch auf der Autobahn A14 von Halle in Richtung Leipzig hatte sich bei Schkeuditz ein Lastwagen quer gestellt. Auf der Kreisstraße 6303 von Schlauroth nach Pfaffendorf kam der Fahrer (21) eines VW Lupo auf glatter Fahrbahn ins Schleudern und prallte frontal gegen einen Baum. Er kam mit ein paar Blessuren davon.

Am Nachmittag krachte es in Dresden und Ostsachsen hingegen häufiger. Nicht immer gingen die Crashs glimpflich aus.

Selbst ein Fahrzeug vom Winterdienst (Straßenmeisterei Altenberg) ist am Ortsausgang Breitenau in den Graben gerutscht.
Selbst ein Fahrzeug vom Winterdienst (Straßenmeisterei Altenberg) ist am Ortsausgang Breitenau in den Graben gerutscht.  © Marko Förster

Bahnfahrer blieben größtenteils stehen: Laut der Deutschen Bahn war der Fernverkehr zwischen Berlin, Leipzig/Halle und Erfurt sowie zwischen Dresden, Leipzig und Erfurt eingestellt.

Titelfoto: Montage: Marko Förster, Norbert Neumann

Mehr zum Thema Dresden Wetter: