96 Prozent weniger Gäste! Hoteliers fordern Entschädigungen statt Darlehen

Dresden - Viel schlimmer geht es nicht! Der April war für den Dresdner Tourismus einer der schwärzesten Monate der jüngeren Vergangenheit. Das geht nun auch aus den Zahlen hervor, die das Statistische Landesamt gestern veröffentlicht hat.

Johannes Lohmeyer (56) fordert mehr Hilfe für Dresdens Touristiker.
Johannes Lohmeyer (56) fordert mehr Hilfe für Dresdens Touristiker.  © Thomas Türpe

Demnach sind in dem Monat nur etwas mehr als 7 000 Gäste nach Dresden gekommen. Das ist ein Minus von mehr als 96 Prozent im Vergleich zum April 2019. 

Die Zahl der Übernachtungen sank um fast 95 Prozent auf 20. 800. Damit konnten nicht einmal sechs von hundert angebotenen Betten belegt werden.

Für die Branche ist das eine Katastrophe, in der es nach Ansicht von Johannes Lohmeyer (56) zu wenig Hilfe von der Politik gibt. 

Der Vorsitzende des Tourismusverbands Dresden fordert vom Bund Entschädigungen statt der angebotenen Darlehen. "Die helfen keinem von uns. Was der Bund macht, ist so, als wenn man jemandem ins Knie schießt und ihm dann Geld für die Operation leiht..."

Auch die Stadt mache zu wenig, so sein Vorwurf. 

Ähnliche Lage in ganz Sachsen

Wochenlang konnten keine Touristen nach Dresden kommen.
Wochenlang konnten keine Touristen nach Dresden kommen.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Wenn das Rathaus je wieder in die Nähe der zehn Millionen Euro Einnahmen aus der Bettensteuer komme wolle, müsse mehr Geld in das chronisch unterfinanzierte Stadtmarketing gesteckt werden. 

Schließlich stehe Dresden im Wettstreit mit allen anderen Städten, die es genauso hart getroffen hat. 

Die Zahlen für ganz Sachsen sehen nämlich nur unwesentlich besser aus als die für Dresden. Hier ist die Anzahl der Buchungen um 1,4 Millionen zurückgegangen. Das ist ein Minus von 93 Prozent.

Im Rathaus hat man anscheinend auch erkannt, dass Handlungsbedarf besteht. So kündigte OB Dirk Hilbert (48, FDP) in dieser Woche einen Kultur-Sommer in der Innenstadt an (TAG24 berichtete). 

Kosten: eine halbe Million Euro.

Titelfoto: dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild, Thomas Türpe

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