Rathaus bleibt hart: Prostituierte hoffen weiter

Dresden - Während Berlin seit Samstag erste Lockerungen bei sexuellen Dienstleistungen erlaubt, herrscht in Sachsen weiterhin "tote Hose" im Bereich der käuflichen Liebe.

Viele Sexarbeiterinnen suchen sich andernorts Arbeit und wandern ab.
Viele Sexarbeiterinnen suchen sich andernorts Arbeit und wandern ab.  © DPA/Arne Dedert

In der Hauptstadt darf wieder gewerblich geliebt werden, vorerst noch ohne Geschlechtsverkehr. Doch ab 1. September auch das wieder. 

Sonja (62), die seit 20 Jahren ein Wohnungsbordell in Dresden betreibt, ist empört: "Wir arbeiten schon immer unter strengsten hygienischen Auflagen und kennen uns damit aus." Sex mit Maske sieht sie nicht als Problem an. Sonja denkt, dass man sich eher auf der Straße anstecken kann als im Bordell.

Seit vergangenem Donnerstag bietet sie unter strengen Auflagen und vom Ordnungsamt genehmigt "Wellness-Massagen" an, Erotik ist verboten. 

Der Boom bleibt aus. Dafür schrillt täglich mehrfach das Telefon: "Die Stammkunden fragen nach, wann es wieder los geht." Es gibt ein weiteres Problem: Die "Mädels" wandern ab, nach Tschechien oder jetzt auch nach Berlin.

Während seit 18. Juli Jahrmärkte, Volksfeste und Sportveranstaltungen mit Hygienekonzept mit bis zu 1000 Personen stattfinden dürfen, setzt Sachsens Sozialministerium beim käuflichen Liebesdienst auf eine Entscheidung auf Bundesebene: "Zu diesem Thema befinden sich die Bundesländer in der gemeinsamen Abstimmung. Ein einheitliches Vorgehen wurde noch nicht beschlossen", teilt eine Sprecherin mit. 

Käufliche Liebesdienste sind in Sachsen noch verboten.
Käufliche Liebesdienste sind in Sachsen noch verboten.  © DPA/Arne Dedert

Ab kommender Woche soll darüber im Hinblick auf Lockerungen zum 1. September zumindest "diskutiert" werden.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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