Bis zu 700 neue Arbeitsplätze: Bosch eröffnet Chipfabrik und will Produktion früher starten

Dresden - Der Technologiekonzern Bosch hat in Dresden seine neue Halbleiterfabrik in Betrieb genommen.

Im neuen Bosch-Werk sollen langfristig rund 700 Arbeitsplätze entstehen.
Im neuen Bosch-Werk sollen langfristig rund 700 Arbeitsplätze entstehen.  © Bosch

"Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz heben wir in Dresden die Produktion von Halbleitern auf ein neues Level", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner (64) am Montag zur Eröffnung.

Künftig will das Unternehmen in der sächsischen Landeshauptstadt auf 300-Millimeter-Wafern Chips für das Internet der Dinge und die Automobilindustrie produzieren. Die Fabrik läuft vollständig digitalisiert und vernetzt und gilt als Europas modernste Chipfabrik.

Langfristig sollen in Dresden rund 700 neue Arbeitsplätze entstehen, derzeit arbeiten 250 Beschäftigte am Standort.

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Bosch will die Produktion bereits im Juli starten - ein halbes Jahr früher als geplant. Zunächst sollen die Halbleiter in Bosch-Elektrowerkzeugen zum Einsatz kommen, im September soll die Chip-Produktion für die Autoindustrie starten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66,CDU) war zur Eröffnung per Video zugeschaltet.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66,CDU) war zur Eröffnung per Video zugeschaltet.  © Screenshot/Bosch Live-PK

140 Millionen Euro Unterstützung

Volkmar Denner (64) eröffnete am Montag das neue Bosch-Halbleiterwerk in Dresden.
Volkmar Denner (64) eröffnete am Montag das neue Bosch-Halbleiterwerk in Dresden.  © Bosch

"Wir tragen durch den vorgezogenen Anlauf dazu bei, dass der Druck etwas reduziert wird", sagte Denner mit Blick auf die weltweite Knappheit an Halbleitern.

Viele Autobauer und Elektronikhersteller kämpfen derzeit damit, dass nicht genügend Chips auf dem Markt zur Verfügung stehen. Denner ging davon aus, dass die Industrie noch "schwierige Monate" vor sich habe, sich die Situation aber 2022 nach und nach wieder normalisiere.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) wurde in der Live-Pressekonferenz zugeschaltet, stellte Fragen zur Produktion.

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Der Fabrikbau wurde mit rund 140 Millionen Euro vom Bund im Rahmen eines EU-Förderprogrammes für die Mikroelektronik (IPCEI) unterstützt.

Rund eine Milliarde hat Bosch investiert - nach eigenen Angaben die größte Investition der Firmengeschichte.

Zunächst sollen die Halbleiter in Bosch-Elektrowerkzeugen zum Einsatz kommen.
Zunächst sollen die Halbleiter in Bosch-Elektrowerkzeugen zum Einsatz kommen.  © Bosch

Eine starke Mikroelektronik-Industrie in Deutschland sei notwendig, um bei Zukunftstechnologien wie 5G, Künstlicher Intelligenz und automatisiertem Fahren vorn mit dabei zu sein, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU).

Titelfoto: Bosch

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