Corona-Schock! Dresdens Taxifahrer rollen in die Pleite

Dresden - Keine Touristen, keine kulturellen Veranstaltungen, keine Feiern, keine Kundschaft: Schwere Zeiten auch für Dresdens Taxifahrer. Die meisten Betriebe haben ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Die Genossenschaft befürchtet Pleiten.

Auch in der Funkzentrale der Taxi-Genossenschaft arbeitet nur eine Notbesetzung.
Auch in der Funkzentrale der Taxi-Genossenschaft arbeitet nur eine Notbesetzung.  © Alexander Noack

Von rund 850 aktiven Taxifahrern sind nur noch 280 im Einsatz. "Mehr gibt der Markt nicht mehr her. 

Der Umsatz ist um 70 bis 80 Prozent eingebrochen. Zwei von drei Betrieben haben Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt", sagt Jan Kepper (43), Chef der Dresdner Taxigenossenschaft (vertritt 162 Betriebe mit 460 Fahrzeugen). 

Für viele Unternehmen ist die Lage existenzgefährdend.

 Ohne Hilfen des Staates droht vielen die Pleite. Auch in der Taxi-Zentrale vermittelt nur noch eine Notbesetzung die eingehenden Aufträge - es sind fast nur noch Krankenfahrten. Nur ein Gast (sitzt hinten rechts) pro Fahrt ist erlaubt.

"Vor Corona waren es für mich 15 Fahrten täglich. Jetzt noch maximal vier. Ich befördere meist Patienten in Krankenhäuser zur Dialyse", sagt Fahrer Alexander Noack (43). 

"Das machen quasi alle Kollegen. Oft warten wir dann drei Stunden auf die nächste Fahrt. Da im Taxiwagen aber der Funk anbleibt, geht den Fahrzeug-Batterien wegen der Wartezeit teils schon der Saft aus." 

Taxifahrer Alexander Noack (43) hat wie seine Kollegen nur noch wenig zu tun.
Taxifahrer Alexander Noack (43) hat wie seine Kollegen nur noch wenig zu tun.  © Thomas Türpe
Dafür bleibt genügend Zeit fürs Putzen: Nach jeder Fahrt säubert Noack den Innenraum.
Dafür bleibt genügend Zeit fürs Putzen: Nach jeder Fahrt säubert Noack den Innenraum.  © Thomas Türpe

Noack rückte bereits mehrmals zu liegen gebliebenen Kollegen aus, gab ihnen Starthilfe.

Angst vor einer Ansteckung hat er nicht. Seine Partnerin macht sich allerdings Sorgen. Einen Mundschutz trägt Noack nicht. Dafür reinigen die Fahrer den Innenraum ihrer Taxis nach jedem Transport. Noack: "Ich habe noch nie so saubere Fahrzeuge gesehen." 

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Titelfoto: Thomas Türpe

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