Der Bosch-Hammer! Dresdens neues Chip-Werk bewegt die Welt

Dresden - Wo vor gut drei Jahren noch Acker war, zog Technologie-Gigant Bosch im Eiltempo eine der modernsten Chip-Fabriken der Welt hoch. Das eine Milliarde Euro teure Werk ist "intelligent": Maschinen denken mit und verbessern so die Produktion. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) wurde die Halbleiter-Fabrik der Zukunft am Montag eröffnet.

Eine Mitarbeiterin im Schutzanzug wird vorm Zutritt in den Reinraum in diesem Gang noch sauber geblasen.
Eine Mitarbeiterin im Schutzanzug wird vorm Zutritt in den Reinraum in diesem Gang noch sauber geblasen.  © DPA/Robert Michael

Trotz Corona-Krise wurde der Bau im Norden (Knappsdorfer Straße) nahe Flughafen und Autobahn überpünktlich fertig.

In drei Jahren verbaute Bosch auf dem Grundstück (14 Fußballfelder) für drei Gebäude mit Reinraum etwa 380 Kilometer Elektroleitungen, 8300 Laster-Ladungen Beton und 16.400 Tonnen Stahl.

Dank Daten-Brillen mit eingebauten Kameras konnten Mitarbeiter vor Ort mit Maschinen-Experten aus Asien zusammenarbeiten, die wegen der Pandemie nicht anreisen konnten. Auch ein abgestürzter Pfeiler konnte die Arbeiten nicht aufhalten.

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Die ersten 300-Millimeter-Wafer-Chips für Werkzeuge wie Bohrmaschinen sollen schon im Juli das Werk verlassen, im September die Produktion der Chips für Autos (etwa für ABS, Servolenkung, Batterie-Steuerung) starten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hält einen 300-Millimeter-Wafer. Auf diesen Siliziumscheiben werden die Mikro-Chips produziert.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hält einen 300-Millimeter-Wafer. Auf diesen Siliziumscheiben werden die Mikro-Chips produziert.  © Screenshot: Bosch-LivePK
Ab Juli leitet Christian Koitzsch (45) das Bosch-Werk.
Ab Juli leitet Christian Koitzsch (45) das Bosch-Werk.  © Bosch

"Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) heben wir in Dresden die Produktion von Halbleitern auf ein neues Level", sagte Volkmar Denner (64), Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung.

Heißt: Alles ist digital vernetzt. Unmengen Daten der Anlagen und Sensoren werden gesammelt (ausgedruckt wären es 42 Millionen Blatt Papier täglich) und von Computern sowie Maschinen ausgewertet.

Diese lernen dank KI selbst dazu, sehen Fehler der Produktion schneller als Menschen voraus, verbessern die Produktion.

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Die Zahl der Ingenieure, Physiker und Softwareentwickler soll von aktuell 250 in den kommenden Jahren auf 700 ausgebaut werden. "Wir suchen noch Mitarbeiter", sagt der künftige Werksleiter Christian Koitzsch (45).

Alle Produktionsabläufe in der Fabrik werden digitalisiert und von Computern und Mitarbeitern ausgewertet.
Alle Produktionsabläufe in der Fabrik werden digitalisiert und von Computern und Mitarbeitern ausgewertet.  © Baldauf & Baldauf Fotografie
Fabrik der Zukunft: Das Bosch-Werk an der Knappsdorfer Straße westlich des Flughafens wurde am Montag eröffnet.
Fabrik der Zukunft: Das Bosch-Werk an der Knappsdorfer Straße westlich des Flughafens wurde am Montag eröffnet.  © Baldauf & Baldauf Fotografie

Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU): "Die neue Chipfabrik ist gut für Europa, für Deutschland und für Sachsen." Bundeskanzlerin Merkel sprach von einem "Paradebeispiel für eine Fabrik der Zukunft". Der Bund hatte 200 Millionen Euro Fördergeld beigesteuert.

Titelfoto: Montage: dpa/Robert Michael, Screenshot: Bosch-LivePK

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