Energie-Fusion von DREWAG und ENSO: Dresden bald "öko" und auch noch reich?

Dresden - Wie "öko" wird der neue Zusammenschluss aus DREWAG und ENSO, die "Sachsen Energie"?

51 Meter hoch, 13 Etagen, Platz für 900 Mitarbeiter: Am Hauptbahnhof entsteht die neue Zentrale von DREWAG und ENSO.
51 Meter hoch, 13 Etagen, Platz für 900 Mitarbeiter: Am Hauptbahnhof entsteht die neue Zentrale von DREWAG und ENSO.  © Steffen Füssel

Im Stadtrat wurde auf einer Sondersitzung am Dienstag darüber erstaunlich wenig gestritten. Das neue Unternehmen soll bis 2035 möglichst klimaneutral werden. 

Zudem wird es ein acht Millionen Euro schweres Innovationsbudget für (noch) nicht rentable Klima-Projekte geben.

Knapp 30 Millionen Euro jährlich, erwirtschaftet aus Steuervorteilen, könnte der Zusammenschluss der beiden Energieversorger zu einem Mega-Unternehmen (2,5 Milliarden Euro Jahresumsatz) der Landeshauptstadt einbringen

Das Extra-Geld wird dringend gebraucht, um die erwartbaren Verluste der Bäder und Verkehrsbetriebe zu deckeln. "Wir sichern die Zukunft unserer Stadt", so OB Dirk Hilbert (49, FDP).

Aus Sicht der Grünen soll das neue Unternehmen möglichst ab 2035 klimaneutral sein. Denn noch werden jährlich 850.000 Tonnen CO2 ausgestoßen. 

Aktuell läuft bereits der Hochbau. Im Sommer 2022 soll der Neubau stehen.
Aktuell läuft bereits der Hochbau. Im Sommer 2022 soll der Neubau stehen.  © Steffen Füssel
Grüne-Chefin Christiane Filius-Jehne (64).
Grüne-Chefin Christiane Filius-Jehne (64).  © Ove Landgraf

Acht Millionen Euro für Klimaschutz fließen außerdem in Sport und Soziales

Linke-Chef André Schollbach (42).
Linke-Chef André Schollbach (42).  © Norbert Neumann

Obendrauf schlug OB Hilbert vor, einmalig acht Millionen Euro in innovative Klimaschutz-Projekte zu investieren. "Mit dem Geld können wir einen Schritt vorauseilen", so der OB.

Über beide Forderungen wurde im Vorfeld lange gestritten. Grüne-Chefin Christiane Filius-Jehne (64) befürchtete sogar ein Scheitern beider Beschlüsse durch ein neues Bündnis von Linken und CDU. Doch am Ende stand ein Kompromiss. 

Die acht Millionen Euro für die Klimaschutz fließen auch in Sport und Soziales, zum Beispiel in die energetische Sanierung von Sportstätten mit innovativen Verfahren. Auch die Klimaneutralität wurde beschlossen.

Linke-Chef André Schollbach (42) mit einem Augenzwinkern: "Ein modernes Engergiekombinat entsteht. Die Gewinne kommen dem Gemeinwohl zugute. Soziales und Klima dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden."

Titelfoto: Steffen Füssel/Ove Landgraf

Mehr zum Thema Dresden Wirtschaft:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0