Neue Sitzplätze für die Dresdner Eislöwen? Streit um Hilberts Millionen-Idee

Dresden - Urplötzlich hatte Dresdens OB Dirk Hilbert (49, FDP) satte 109 Millionen Euro Überschuss im Stadtsäckel gefunden. Knapp neun Millionen Euro davon sollen in die Energieverbund-Arena fließen. Unter anderem 350 zusätzliche Sitzplätze und ein zweiter VIP-Bereich sollen die baulichen Voraussetzungen für einen Aufstieg der Eislöwen in die höchste Spielklasse legen. Doch es gibt Widerstand.

Die EnergieVerbund-Arena soll für knapp neun Millionen Euro "erstligareif" werden.
Die EnergieVerbund-Arena soll für knapp neun Millionen Euro "erstligareif" werden.  © Steffen Füssel

"Dresden hat 300 Millionen Euro Sanierungsstau bei den Sportstätten im Breitensport. Es ist daher die völlig falsche Priorität, in einige wenige Sitzplätze und Logen zu investieren", schimpft der Sportexperte der Grünen im Stadtrat, Torsten Schulze (51).

Auch der Stadtsportbund widerspricht den OB-Plänen. Dort sieht man eine "gefährliche Tendenz zur Realisierung von weiteren Großprojekten zugunsten des Profisports" bei einer gleichzeitigen Unterfinanzierung des Breitensports.

Stattdessen wurde eine Liste dringend zu sanierender Objekte vorgelegt. Das letzte Wort über die Ausgaben hat der Rat.

Die Dresdner Eislöwen schielen in Richtung erste Liga, doch dafür müsste kräftig investiert werden.
Die Dresdner Eislöwen schielen in Richtung erste Liga, doch dafür müsste kräftig investiert werden.  © Lutz Hentschel

Auch von anderer Stelle droht Ärger für Hilbert. Die Linke will prüfen, ob der satte Überschuss für den OB tatsächlich so überraschend kam - oder ob Hilbert in den Haushaltsverhandlungen getrickst hat.

Titelfoto: Steffen Füssel

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