"Noch schlimmer als im letzten Lockdown": So funktioniert Advents-Shopping im 2G-Modus

Dresden - Shopping nur für Geimpfte und Genesene - in die meisten Läden kommen Kunden nur noch mit Nachweis hinein. Händler trifft die erneute Einschränkung ihres Kundenstamms ausgerechnet in der umsatzstarken Vorweihnachtszeit hart.

"Stop. Bitte warten!" - auch für den Tedi-Laden am Straßburger Platz gibt es jetzt Einlasskontrollen.
"Stop. Bitte warten!" - auch für den Tedi-Laden am Straßburger Platz gibt es jetzt Einlasskontrollen.  © Thomas Türpe

Einladend sieht anders aus: Viele Eingänge zu Geschäften wie der am Tedi-Laden Straßburger Platz sind regelrecht verbarrikadiert. "Stop. Bitte Warten!", steht auf einer Tafel, die den Zugang blockiert.

Wer hinein will, muss Mitarbeitern seinen Impfausweis zeigen oder seine Genesung nachweisen. Am Montag führte das teils zu Pöbeleien verärgerter Kunden. Die einzig verfügbare Mitarbeiterin, die "Türsteher" und Kasse zeitgleich machen musste, konnte einem leidtun.

Das Unternehmen versuche "händeringend zusätzliches Personal einzubinden, um eine schnelle und sichere Kontrolle am Eingang zu gewährleisten", teilt ein Tedi-Sprecher mit.

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In der Kunsthofpassage haben die Händler andere Probleme. "Es kommen immer weniger Kunden", sagt Andrew Shipley (43) vom Atelier "Buchstabenorte". Er könne sie an einer Hand abzählen. "Das ist noch schlimmer als im Lockdown letzten Jahres. Ich habe Angst um meinen Job."

Neben Touristen fehle nun auch wieder Laufkundschaft, so Ulrike Kohn (37) vom Hochcafé "nebenan". Die Kontrolle der Nachweise laufe aber entspannt.

Auch in der Centrum-Galerie bleiben seit Inkrafttreten der 2G-Regel die vorweihnachtlichen Besucher-Massen aus.
Auch in der Centrum-Galerie bleiben seit Inkrafttreten der 2G-Regel die vorweihnachtlichen Besucher-Massen aus.  © Thomas Türpe

"Weniger Leute bedeutet auch weniger Stress"

Kundin Diana Nessau (38) ist geimpft, konnte darum entspannt shoppen.
Kundin Diana Nessau (38) ist geimpft, konnte darum entspannt shoppen.  © Thomas Türpe

Auch in der City bleiben Kunden weg. "Letzte Woche kamen täglich 500 bis 700. Am Montag nur noch 66", sagt Alexander Bauer (38), Store-Manager im Mode-Laden "Tally Weijl".

Einigen musste er den Einlass verwehren, öffnet nun nur noch verkürzt. Dennoch habe er Verständnis für die 2G-Maßnahme, gerade in Sachsen.

Kundin Diana Nessau (38) nutzte den Tag für Weihnachtseinkäufe: "Weniger Leute bedeutet auch weniger Stress", sieht die Dresdnerin sogar einen Vorteil.

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Die IHK fordert statt 2G- ein 3G-Modell, um Umsatzeinbrüche zu verhindern. Der Kontrollaufwand bliebe gleich. Händler buchen bereits Wachdienste, so Sprecher Lars Fiehler (50).

Kaum noch Kunden: Andrew Shipley (43) vom Atelier Buchstabenorte in der Kunsthofpassage bangt um seinen Job.
Kaum noch Kunden: Andrew Shipley (43) vom Atelier Buchstabenorte in der Kunsthofpassage bangt um seinen Job.  © Thomas Türpe

"Aus der Sicherheitsbranche hört man bereits, dass so gut wie kein Personal mehr verfügbar ist und die Kosten für diese Dienstleistungen steigen."

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe

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