Schon 680.000 Euro! Vonovia stundet Geschäften in Corona-Not die Miete

Dresden - Keine Einnahmen, aber die Fixkosten laufen weiter. Mit diesem Problem haben in der Pandemie nicht nur in Dresden viele Gewerbetreibende zu kämpfen. Wohl dem, der einen verständnisvollen Vermieter hat.

Die Hauptstraße mit ihren Geschäften gehört wie 38.500 Wohnungen zum Vonovia-Bestand in Dresden.
Die Hauptstraße mit ihren Geschäften gehört wie 38.500 Wohnungen zum Vonovia-Bestand in Dresden.  © ronaldbonss.com/Ronald Bonss

Die Vonovia ist nach eigener Darstellung so ein Vermieter. Wie das Unternehmen am Donnerstag bei seiner Jahrespressekonferenz bekannt gab, wurden seit Pandemiebeginn in Dresden rund 680.000 Euro Miete von Geschäftskunden gestundet oder ganz auf sie verzichtet.

Über weitere 120.000 Euro laufen derzeit Gespräche. Das sind zusammen stolze 800.000 Euro. "Einzelhändler gehören zu unseren lebendigen Quartieren", sagt Regionalbereichsleiterin Martina Pansa (62).

Deshalb habe man zügig und unkompliziert geholfen. Das passiert natürlich nicht ohne Eigeninteresse, erspart sich das Unternehmen auf diese Weise doch die bei Geschäftsaufgaben notwendige Suche nach neuen Mietern.

Nicht jeder nutzt aber diese Möglichkeiten. "Ich habe das nicht in Anspruch genommen", sagt Kerstin Rogge (31), die ihr Geschäft Holzkunst Rogge an der Hauptstraße hat. "Ich will die Miete nicht ansammeln, denn irgendwann kommt dann der große Brocken."

Kerstin Rogge (31) konnte bisher vermeiden, eine Stundung ihrer Miete beantragen zu müssen.
Kerstin Rogge (31) konnte bisher vermeiden, eine Stundung ihrer Miete beantragen zu müssen.  © ronaldbonss.com/Ronald Bonss
Martina Pansa (62) ist als Regionalbereichsleiterin für die Vonovia-Immobilien in Dresden verantwortlich.
Martina Pansa (62) ist als Regionalbereichsleiterin für die Vonovia-Immobilien in Dresden verantwortlich.  © Vonovia
Das Hochhaus am Jacob-Winter-Platz soll in diesem Jahr saniert werden.
Das Hochhaus am Jacob-Winter-Platz soll in diesem Jahr saniert werden.  © Thomas Türpe

Pandemie geht auch an Vonovia nicht spurlos vorbei

In die Modernisierung von 1000 Dresdner Wohnungen sollen 39 Millionen Euro fließen.
In die Modernisierung von 1000 Dresdner Wohnungen sollen 39 Millionen Euro fließen.  © Thomas Türpe

Aber nicht nur Gewerbetreibende haben mitunter Probleme, ihre Miete zu zahlen.

"Bei den Wohnungsmieten haben wir auch viele Stundungen", sagt Pansa. Sie betont: "Keiner unserer Mieter hat wegen Corona die Wohnung verloren - und das soll auch so bleiben."

Obwohl die Pandemie damit auch an der Vonovia nicht spurlos vorbeigeht, investiert Dresdens größter Vermieter (38.500 Wohnungen, etwa 80.000 Mieter) Millionen in seinen hiesigen Bestand.

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Nach 87 Millionen Euro im Jahr 2020, darunter 6 Millionen Euro für Neubauten, sind für dieses Jahr Investitionen von 104 Millionen Euro geplant.

"Sachsens Landeshauptstadt ist und bleibt für uns ein zentrales Standbein", sagt Pansa.

Titelfoto: ronaldbonss.com/Ronald Bonss/Vonovia

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