Dresden: Heftiger Umsatz-Einbruch- Das sind die Folgen der Parkplatz-Sperrung am Blauen Wunder

Dresden - Jahrzehntelang konnte in Dresden (halblegal) am Blauen Wunder im Landschaftsschutzgebiet geparkt werden. Mitte Mai reagierte die Stadt auf den Druck von Landesdirektion und ADFC. Seither verhindern Poller, dass über den Elberadweg die Stellflächen angefahren werden können. Jetzt liegen Zahlen vor, wie sich die fehlenden Parkplätze auf den Wochenmarkt auswirken.

Tristesse auf dem Wochenmarkt am Schillerplatz: Seit der Parkplatz am Blauen Wunder geschlossen ist, sinken die Umsätze.
Tristesse auf dem Wochenmarkt am Schillerplatz: Seit der Parkplatz am Blauen Wunder geschlossen ist, sinken die Umsätze.  © Thomas Türpe

"Am ersten Markttag ohne die Stellflächen für Kunden haben wir 15 bis 20 Prozent Umsatzrückgang festgestellt. Das ist mittlerweile drastischer geworden", sagt Madeleine Megyesi-Lukaß (44), Dresdner Märkte-Chefin der Deutschen Marktgilde.

Demnach verzeichnen Obst- und Gemüse-Händler am Schillerplatz aktuell im Schnitt 20 Prozent weniger Umsatz. Hochwerte Wurst und Biokäse würden bis zu 40 Prozent weniger verkauft.

"Die Kundschaft bleibt schlicht weg. Die ersten Händler wollen bereits Konsequenzen ziehen", so Megyesi-Lukaß.

Dresden: Das Ende des roten Kleides: Anders-Brüder machen in der Neustadt Schluss
Dresden Kultur & Leute Das Ende des roten Kleides: Anders-Brüder machen in der Neustadt Schluss

Händler, Gastronomen und Stadt sitzen zwar mittlerweile am vom Rat beschlossenen Runden Tisch, eine zumindest teilweise Öffnung der Parkplätze an Markttagen bleibt aber unwahrscheinlich.

Wünscht sich einen zumindest zeitweise wieder geöffneten Parkplatz: Händler-Chefin Madeleine Megyesi-Lukaß (44).
Wünscht sich einen zumindest zeitweise wieder geöffneten Parkplatz: Händler-Chefin Madeleine Megyesi-Lukaß (44).  © Norbert Neumann

Stadtrat Steffen Kaden (50, CDU): "Das Rathaus hat für die Händler eine Fürsorgepflicht. Wenn sich die Bedingungen durch das Handeln der Stadt verschlechtern, ist es gute Praxis, dass man aufeinander zugeht. Die Bereitschaft dazu fehlt noch."

Titelfoto: Thomas Türpe

Mehr zum Thema Dresden Wirtschaft: