Dresden zeigt Haltung: Tausende Kerzen erinnern an die Corona-Opfer der Stadt

Dresden - Kerzen vor der Dresdner Frauenkirche erinnern seit dem heutigen Samstag an die rund 1500 Todesopfer der Corona-Pandemie in der sächsischen Landeshauptstadt.

Bei der Aktion vor der Dresdner Frauenkirche ging es nicht nur um das Gedenken an die Corona-Opfer, sondern auch um eine klare Haltung gegenüber Hass und Gewalt.
Bei der Aktion vor der Dresdner Frauenkirche ging es nicht nur um das Gedenken an die Corona-Opfer, sondern auch um eine klare Haltung gegenüber Hass und Gewalt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Aktion der privaten Initiative "Haltung zeigen" für ein solidarisches Miteinander hatte schon im Vorfeld breite Unterstützung gefunden. Auch die Dresdner Stadtspitze rief zur Beteiligung auf.

"Die Corona-Pandemie ist für alle Menschen in unserer Stadt seit fast zwei Jahren eine große Herausforderung, sie ist aber auch eine Bewährungsprobe für unser demokratisches Miteinander", hieß es in einer Erklärung von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (50, FDP) und seiner Beigeordneten.

Zugleich bezogen Hilbert und seine Bürgermeister klar gegen eine zunehmende Aggressivität bei Corona-Protesten Stellung.

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Die bestehenden Verordnungen und Regeln zu hinterfragen und seine Meinung frei zu äußern, sei ein wichtiger Bestandteil der Demokratie. Dabei dürften aber Grenzen der Rechtsordnung nicht überschritten werden.

"In Gedenken an Freiheit, Demokratie, Menschlichkeit" ist auf einer der Kerzen zu lesen.
"In Gedenken an Freiheit, Demokratie, Menschlichkeit" ist auf einer der Kerzen zu lesen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Lange Warteschlange bei der Kerzen-Aktion an der Dresdner Frauenkirche

Die 1500 Kerzen stehen für die Zahl von Corona-Opfern, die es seit Ausbruch der Pandemie bereits in Dresden gegeben hat.
Die 1500 Kerzen stehen für die Zahl von Corona-Opfern, die es seit Ausbruch der Pandemie bereits in Dresden gegeben hat.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Hass, Hetze, Gewalt und Verschwörungstheorien können und dürfen wir als Mittel der gesellschaftlichen Auseinandersetzung nicht akzeptieren."

Dieser Tage werde immer wieder deutlich, dass Protest gegen Corona-Regeln "von politischen Gruppen missbraucht wird, denen es darum geht, unsere demokratische Grundordnung zu erschüttern". Bis Samstag hatten mehr als 9500 Menschen den Aufruf "Haltung zeigen" unterzeichnet.

Damit es bei der gleichnamigen Kundgebung nicht zu einer Menschenansammlung kommt, wurde vor der Frauenkirche ein Bereich abgesperrt und nur eine bestimmte Zahl von Menschen eingelassen, um eine Kerze abzustellen. Schon zu Beginn der Aktion bildete sich eine lange Warteschlange.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa (2)

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