Dresdens Corona-Sammlung wächst: Mirco Meinel liefert Zeitzeugnisse der Dinnershow

Dresden - Dinnershow-Masken, Hygienekonzept, Flyer, Fotos, Teamprotokolle - Eventprofi Mirco Meinel (48, First Class Concept) hat dem Stadtarchiv Dresden eine Mini-Sammlung an Corona-Dokumenten übergeben.

Veranstalter Mirco Meinel (48, l.) übergibt Stadtarchiv-Direktor Thomas Kübler (56) Dokumente aus der Pandemie-Zeit.
Veranstalter Mirco Meinel (48, l.) übergibt Stadtarchiv-Direktor Thomas Kübler (56) Dokumente aus der Pandemie-Zeit.  © Thomas Türpe

Die Stücke fließen ein in eine große Sammlung, die sich aus 20.000 offiziellen Dokumenten und fast noch einmal so vielen privaten, bürgerschaftlichen Exponaten wie Zeichnungen, Tagebüchern, Videos oder auch Fotos speist.

"Schon im April 2020 hatten wir einen Anruf an die Dresdner gestartet, uns Corona-Dokumente zu schicken. Damals wussten wir noch nichts von der Tragweite der Pandemie", so Stadtarchiv-Direktor Prof. Thomas Kübler (56).

"Doch um authentisch zu sein, muss man während des Ereignisses die Sammlung anlegen. Geschieht dies erst später, wird automatisch aussortiert, denn die Wertmaßstäbe verändern sich."

Nicht ohne Stolz sagt Kübler: "Wir waren das erste deutsche Stadtarchiv, das sich Corona gewidmet hat." Andere Städte zogen nach - das Forschungsinteresse ist groß.

Sammlungsleiterin Mandy Ettelt (39) breitet einige Corona-Exponate aus.
Sammlungsleiterin Mandy Ettelt (39) breitet einige Corona-Exponate aus.  © Thomas Türpe

Sammlung soll Überblick über die Auswirkungen der Pandemie bieten

Auch diese Masken bewahrt das Stadtarchiv für nachfolgende Generationen auf.
Auch diese Masken bewahrt das Stadtarchiv für nachfolgende Generationen auf.  © Eric Münch

"Wir haben schon viele wissenschaftliche Anfragen erhalten. Aus dem Bereich der Soziologie und der Kommunikationswissenschaft. Aber auch für die studentische Ausbildung von Historikern", so Kübler.

Was ihm bisher in der Corona-Sammlung noch fehlte, waren Dokumente von Wirtschaftsunternehmen. "Wir steuern gern unsere Zeitzeugnisse bei. Denn wir sind als Veranstalter von der Pandemie massiv betroffen", so Meinel.

"Je mehr Unternehmen uns unterstützen, desto umfassender ist ein Überblick möglich, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Gesellschaft hat", ergänzt Kübler.

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Sämtliche Dokumente werden vom Team um Sammlungsleiterin Mandy Ettelt (39) konservatorisch aufbereitet (zum Beispiel Entfernen von Verpackungen mit Weichmachern), mit Schlagworten und Fotos katalogisiert und in Kartons eingelagert.

Vielleicht greift in 20 Jahren mal eine Ausstellung auf diese Dokumente zurück. "Denn Reflexionen auf historische Ereignisse brauchen zeitlichen Abstand", weiß Kübler.

Titelfoto: Thomas Türpe

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