Dresdens größte Bellotto-Schau aller Zeiten

Dresden - Dresden, wie es im 18. Jahrhundert aussah, das bezeugen mehr als alles die Gemälde Bernardo Bellottos. Von diesen besitzt niemand mehr als die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Nun sind sie sämtlichst zu sehen in der Ausstellung "Zauber des Realen", ab heute in der Gemäldegalerie. Anlass ist der 300. Geburtstag des Malers.

Die neue Schau in der Gemäldegalerie.
Die neue Schau in der Gemäldegalerie.  © epd-bild / Matthias Rietschel

Eine Schau der Superlative. Stephan Koja, Direktor der Gemäldegalerie, spricht von der "größten Bellotto-Ausstellung, die es je gab." Mehr geht nicht. In Zahlen bedeutet das: Über zwei Etagen der Gemäldegalerie sind etwa 140 Werke zu sehen, darunter 69 aus der Hand Bellottos, wovon 36 aus dem Dresdner Bestand, das heißt aus Gemäldegalerie und Kupferstich-Kabinett stammen. Die übrigen Bilder sind Leihgaben aus Museen vieler Länder, darunter das J. Paul Getty Museum in Los Angeles, die National Art Gallery in London und das Königliche Schloss in Warschau, Kooperationspartner der SKD und nächster Ausstellungsort.

Ergänzt werden die Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen von Stücken weiterer Museen der SKD, dem Mathematisch-Physikalischen Salon, der Porzellansammlung und der Skulpturensammlung bis 1800, auch der SLUB, die historische Bücher zur Verfügung stellt.

Alles zusammen soll ein getreues Abbild der damaligen Zeit und ihrer Bedingungen zeigen, wie auch Bellottos Malerei eine zwar malerisch inszenierte, aber dennoch realistische Gestalt dessen wiedergibt, was sie zeigt. Was heute die Fotografie erledigt, vollbrachte damals Bellottos Kunst.

Aufwendige Restaurationen im Vorlauf

Bilden die Dresdner-Veduten das Zentrum der Ausstellung, ist doch das Spektrum viel größer. Bilder mit Motiv Pirna, Königstein und Sonnenstein gehören dazu, ebenso mit Motiv Rom, Venedig, Verona oder Warschau. Vergleichbar wird Bellottos Kunst am Beispiel von Werken anderer Maler, darunter sein Onkel Canaletto, der Venezianer Francesco Guardi oder der Niederländer Gerrit Adriaenszoon Berckheyde.

Die Ausstellung hat eine lange Vorgeschichte, nicht zuletzt, weil aufwändige Restaurierungsarbeiten an 12 Veduten der Gemäldegalerie notwendig waren. Das Restaurierungsprojekt, unterstützt von mehreren Förderern und Stiftungen, startete 2009 - ein Forschungsvorhaben auch, denn die Arbeiten brachten neue Erkenntnisse über Farbigkeit und Maltechnik hervor, wie Kuratorin Yvonne Wagner erklärt. Auffällig wird das besonders bei zwei Fassungen des Gemäldes "Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke" von 1748, das eine im Auftrag August III. entstanden, das andere im Auftrag von Premierminister Heinrich Graf von Brühl. Letzteres ist im Farbton Preußisch Blau deutlich intensiver und vom Ersten zu unterscheiden.

Eine Schau von großer Faszination, welche allein die Besucher für einen Tag (oder länger) in der Gemäldegalerie bannen kann. Zu sehen bis 28. August.

Titelfoto: epd-bild / Matthias Rietschel

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