Dresdner Forscher kommen dem Perlmutt-Geheimnis auf die Spur

Dresden - Harte Schale, weicher Kern! Eine Forschergruppe der TU Dresden ergründete das Geheimnis des Perlmutts.

Der Materialforscher Igor Zlotnikov (40) bei der Röntgen-Nanotomographie.
Der Materialforscher Igor Zlotnikov (40) bei der Röntgen-Nanotomographie.  © Igor Zlotnikov

So glänzend und schön! Muscheln bilden ihre harte Schale nicht als Schmuck, sondern um sich vor Raubtieren zu schützen. Die Stärke, aber auch die Schönheit verdankt das Perlmutt seiner regelmäßigen Struktur.

An der Erforschung von Malermuscheln (Flussmuscheln) gelang es dem Team um Molekular-Biologe Igor Zlotnikov (40) zu ergründen, wie diese besondere Hülle aus geschichtetem Muschelkalk und organischem Kleber (Sekret) zu der Stärke und Schönheit gelangt.

Das Ergebnis war überraschend: "Zu Beginn ist das geschichtete mineralisch-organische Gewebe voller struktureller Fehler, die sich wie eine Helix durch mehrere Schichten ausbreiten", so Zlotnikov.

Von Regelmäßigkeit also keine Spur. Mithilfe einer Röntgen-Nanotomografie konnten die Veränderungen dreidimensional aufgezeichnet werden.

Die Auswertungen zeigten, dass sich die Strukturfehler mit dem Wachstum des Perlmutts (es kann mehrere zehn Zentimeter lang werden) gegenseitig aufheben.

Ein Querschnitt durch die Schale eines Weichtiers.
Ein Querschnitt durch die Schale eines Weichtiers.  © Igor Zlotnikov
Das Team forschte an Malermuscheln.
Das Team forschte an Malermuscheln.  © imago images/blickwinkel

Drei Jahre arbeitete der Materialforscher Zlotnikov an diesem Projekt. Er glaubt, dass der neu entdeckte Mechanismus nicht nur die Bildung von Perlmutt, sondern auch anderer biogener Strukturen antreiben könnte.

Titelfoto: Igor Zlotnikov, imago images/blickwinkel

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